Handball: Hypo gewinnt Heimspiel gegen Skopje und hält die Final-Chance am Leben
- Meister ringt Kometal Skopje knapp mit 32:30 nieder
- Trainer-Manager Prokop ärgert sich über Schiedsrichter
Hypo Niederösterreich darf auch nach dem ersten Semifinal-Spiel hoffen, erstmals nach fünf Jahren wieder das Finale der Handball-Champions League zu erreichen. Der ÖHB-Frauen-Meister rang tag vor über 1.500 Zuschauern im ausverkauften BSFZ Kometal Skopje nach begeisternden 60 Minuten 32:30 (18:13) nieder und wahrte damit vor dem Rückspiel am nächsten Samstag in Mazedonien seine Aufstiegschance. "In der ersten Hälfte haben wir eine Weltklasse-Leistung geboten, uns nach der Pause aber angemacht", meinte Trainer-Manager Gunnar Prokop.
Das Hinspiel war nach einem an Prokop gerichteten Drohanruf und den Erinnerung an das Endspiel 2000, nach dem der Handball-Zampano in Skopje brutal niedergeschlagen worden war, als Risikospiel eingestuft worden, dementsprechend streng waren vor dem Match die Kontrollen an den Eingängen. Doch das Spiel lief dann friedlich ab. Vielleicht auch deshalb, weil der achtfache Meistercup-Gewinner, der während des gesamten Spiels nie in Rückstand geriet, wie aus einem Guss agierte. Mitte der ersten Hälfte führte die Prokop-Truppe mit sechs Toren Plus und ging schließlich mit 18:13 in die Kabine.
Doch nach der Pause riss der Faden, die Niederösterreicherinnen, deren beste Werferin einmal mehr Tanja Logwin mit 13 Toren war, agierten nervös und fehleranfällig, die härtere Note (insgesamt 15 verhängte Siebener, 9:6 für Hypo) und die Pfiffe der Schiedsrichter taten ihr Übriges. Als der zwölf-fache mazedonische Meister, der 2002 die Königsklasse gewonnen und im heurigen Viertelfinale Vorjahresfinalist Krim Laibach eliminiert hatte, in der 37. Minute bis auf ein Tor (18:19) herangekommen war, gerieten die Kometal-Fans aus dem Häuschen. So laut war es in er Südstadt schon lange nicht mehr. Doch Hypo parierte den Zwischenspurt, lag im Finish meist drei Treffer voran. Letztlich waren es aber nur noch zwei.
Vier oder fünf Tore hatte Prokop als Ziel ausgegeben. Mit dem Resultat war er dennoch zufrieden. "Unsere Arbeit der vergangenen Wochen hat sich heute gezeigt, leider stehen wir das Niveau noch nicht ganz durch", meinte der 64-Jährige, der die Flinte jedoch keineswegs ins Korn wirft. "Wir haben immer eine Chance und außerdem werden wir solche Schiedsrichter wie heute kein zweites Mal haben." Die Darbietung der polnischen Unparteiischen bezeichnete Prokop schlicht und einfach als "unglaublich schlecht". Das angebliche Foul 66 Sekunden vor dem Ende an der Türkin Özel stellte er als Beispiel hin. "Kapitänin Schinkarenko erhielt für Nichts zwei Minuten und der Gegner dadurch das 30. Tor geschenkt", schimpfte Prokop mit rotem Gesicht. (apa/red)
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