Eishockey: Vierfacher Weltmeister Tschechien Gradmesser für ÖEHV-Team
- Pöck läutete zweite Phase der WM-Vorbereitung ein
- Kader der Tschechen ist mit 21 NHL-Spielern bestückt
·ÖEHV-Team beginnt
mit WM-Vorbereitung
Erstes von 4 Teamcamps.
Mark Szücs fällt für WM aus
Das österreichische Eishockey-Nationalteam ist am Montag in die zweite Phase der Vorbereitung für die Heim-Weltmeisterschaft von 30. April bis 15. Mai in Wien und Innsbruck gestartet. Nach dem ersten Trainingslager in Klagenfurt und einem 3:0 gegen Italien in der vergangenen Woche versammelte Teamchef Herbert Pöck seine Cracks für vier Tage im grenznahen Znaim/Tschechien. Auf dem Programm stehen drei Trainingseinheiten täglich sowie zwei Testspiele (Dienstag/Breclav, Donnerstag/Znaim jeweils 18:00 Uhr) gegen den vierfachen Weltmeister Tschechien, der 21 NHL-Spieler im Kader hat.
Pöck zeigte sich vor der Abreise mit dem bisherigen Vorbereitungsverlauf zufrieden. "Alles läuft planmäßig und optimal. Wir haben gegen Italien gut und vor allem mit viel Engagement gespielt. Man merkt, dass jeder im Team seine Chance auf einen WM-Einsatz nützen will. Der Teamgeist stimmt auf jeden Fall", erklärte der Teamchef. Den Schwerpunkt für das Trainingslager und die Partien gegen den ersten Gradmesser Tschechien setzt der Kärntner "vor allem im defensiven Bereich".
"Wir schauen in den Spielen nicht so sehr auf das Resultat. Jeder wird ungefähr die gleiche Eiszeit bekommen und so eine Chance erhalten, sich für die WM zu empfehlen", kündigte Pöck an. Mit Ausnahme der beiden Torhüter Claus Dalpiaz (Innsbruck) und Bernd Brückler (University of Wisconsin) finden sich im Vergleich zu Klagenfurt keine neuen Namen im Teamkader. "Gegen einen so starken Gegner wird man sehen, wie sich die Spieler auf diesem hohen Niveau und mit diesem Tempo bewegen", erwartet Pöck und weiß: "Das ist nicht nur ein wesentlich besserer Gegner als Italien, das ist eine ganz andere Eishockeywelt."
Tschechien absolvierte in der vergangenen Woche zwei Testspiele gegen Österreichs Gruppengegner Slowakei. Die erste Partie ging auswärts überraschend klar mit 0:5 verloren, die Revanche in Brünn gelang durch ein 2:1. Teamchef Vladimir Ruzicka - zugleich Trainer und Manager von Slavia Prag - hatte 26 Spieler in den vorläufigen Kader berufen, davon 21 NHL-Profis. Während Superstar Jaromir Jagr, der mit Omsk im russischen Liga-Playoff als Top-Scorer im Semifinale ausgeschieden war, erst in einer Woche zur Mannschaft stößt, befinden sich bereits Top-Stars in allen Formationen.
NHL trifft Erste-Bank-Liga: Hlavat, Sykora und Straka bei Tschechien
Torhüter Tomas Vokoun (Nashville), die Verteidiger Thomas Kaberle (Toronto) und Jiri Slegr (Vancouver) sowie die Angreifer Martin Hlavat (Ottawa), Petr Sykora (Anaheim), Martin Straka (Los Angeles) oder Martin Rucinsky (Vancouver) sind die Bekanntesten der langjährigen NHL-Leistungsträger, die während des Lockouts allesamt in verschiedenen europäischen Ligen anheuerten. Die Finalteilnehmer von Zlin und dem neuen tschechischen Meister Pardubice, darunter mit Milan Hejduk (Colorado) der beste Torjäger der NHL-Saison 2002/2003, finden sich noch nicht im Aufgebot.
Auch im österreichischen Team fehlen noch die Spieler der Liga-Finalisten Vienna Capitals und KAC sowie Finnland-Legionär Oliver Setzinger, die erst am 18. April in Innsbruck in den WM-Countdown einsteigen werden. Andre Lakos und Matthias Trattnig beenden mit Syracuse Crunch den Grunddurchgang in der American Hockey League am 17. April und werden beim abschließenden Trainingslager in Wien (26. bis 29. April) dazu stoßen. Syracuse hat praktisch keine Chance mehr auf das Playoff, liegt bei noch vier ausstehenden Partien acht Punkte hinter Hamilton.
Pöck bereitet die endgültige Kaderzusammenstellung einiges Kopfzerbrechen: "Viele Spieler haben in etwa das gleiche Niveau. Das werden ganz schwere und harte Entscheidungen." Auf die Frage nach seinem persönliche Befinden knapp vor der mit Spannung erwarteten Heim-WM gab sich der Teamchef gelassen: "Das Kribbeln ist da, aber für Nervosität bin ich schon zu lange dabei."
Die "4-Phasen"-Vorbereitung des ÖEHV-Teams:
Phase 1 (Klagenfurt, 3.-7. April): Am 7. April 3:0-Testsieg gegen Italien in Pontebba
Phase 2 (Breclav, 10.-14.4.): Spiele gegen Tschechien in Breclav (12.4.) und Znaim (14.4./jeweils 18:00)
Phase 3 (Innsbruck, 18.-22.4.): Spiele gegen Slowenien (21.4./19:15 und 22.4./18:30)
Phase 4 (Wien, 26.-29.4.): Spiel gegen die Schweiz (Stadthalle, 27.4., 19:00)
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