Haider rittert um Wähler: "Kampfauftrag" beim Sonderparteitag der Kärntner FPÖ
- "So billig werden Wahlsiege nicht mehr zu haben sein"
- Problemlösung nicht mit Rezepten aus 19. Jahrhundert
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"Spaltung / Neugründung nicht genug durchdacht"
Mit einem "Kampfauftrag" wandte sich der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider an die Delegierten beim Sonderparteitag in Klagenfurt. Die anderen Parteien würden die freiheitlichen Wählerstimmen schon unter sich aufteilen. Dagegen werde man mit aller Macht ankämpfen, sagte Haider.
"Ich verspreche Euch, Freunde, es wird keine Situation geben, wo wir den anderen unsere Wähler kampflos überlassen, und das ist ab heute der Kampfauftrag! Alles Gute", rief Haider und erntete donnernden Applaus. In Zukunft würden Wahlsiege nicht mehr "so billig zu haben sein", wie bei den jüngsten Wahlgängen, versprach der Landeshauptmann. Er hätte sich lange überlegt, wie es zu Stande zu bringen sei, die Loslösung von Wien zu vollziehen, bis er sich zur Gründung des BZÖ entschlossen hätte.
Es gelte nun, der freiheitlichen Idee wieder Leben und den freiheitlich denkenden Menschen bei der Nationalratswahl 2006 wieder eine politische Heimat zu geben. Haider: "Wir wollen ja nicht die Asche hüten, sondern die Flamme wahren." Dies werde von Kärnten aus gelingen, zeigte sich Haider optimistisch. An die Delegierten gerichtet, sagte er: "Ihr werdet mir den Impuls und die Rückendeckung geben, damit ich noch einmal, trotz fortgeschrittenen Alters, den Versuch mache, dieses Österreich zu erneuern."
"Wir sind keine todessüchtigen Tiere"
Haider ging auch auf den Vorwurf der Alt-FPÖler ein, er habe die Partei zu einem "Haider-Wahlverein" und fröne der Event-Kultur. "Natürlich sind wir am Puls der Zeit", sagte er. Denn mit Rezepten und Programmen aus dem 19. Jahrhundert könne man die heutigen Probleme nicht bewältigen. Zugleich hätten die Freiheitlichen in Kärnten aber trotz Modernität und Zeitgeist die Traditionen bewahrt. Nie zuvor sei auf diesem Gebiet in Kärnten so viel geschehen wie seit er 1999 Landeshauptmann geworden sei. Mit den Freiheitlichen werde es auch keine "Neuinterpretation der Kärntner Geschichte" geben.
Scharfe Worte richtete Haider an den vom interimistischen FPÖ-Bundesobmann Hilmar Kabas als geschäftsführenden Kärntner FPÖ-Obmann installierten Alois Huber. Dieser sei schon vor einem Jahr bei der Landtagswahl offen gegen ihn, Haider, aufgetreten. Seine jetzige Aussage, wonach "alle, die mit Jörg Haider zusammenarbeiten, Lemminge sind", sei jedoch untragbar. Haider: "Wir sind keine todessüchtigen Tiere. Das verbitte ich mir, so mit uns umzugehen." (apa/red)
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