Freitag, 8. April 2005

FPÖ/BZÖ - Ausschlusswelle geht weiter: Haider fliegt aus dem RFJ und dem RFS!

  • Gudenus & Völk: Alle BZÖ-Überläufer ausgeschlossen

Die Ausschlusswelle nach der Spaltung der FPÖ wird fortgesetzt. Nach seinem Ausschuss aus der Bundespartei wird der designierte BZÖ-Obmann und Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (B) nun auch aus dem Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) und dem Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) ausgeschlossen. Die Obmänner der Organisationen, Johann Gudenus und Christoph Völk, drohten am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz gleichzeitig allen BZÖ-Überläufern mit dem gleichen Schritt. Sie bekundeten erneut ihre Loyalität zur FPÖ alt und ihrem künftigen Obmann Heinz-Christian Strache.

Der Ausschluss Haiders als Ehrenobmann des RFJ soll bei einem Bundesvorstand morgen offiziell abgesegnet werden. Beim RFS verliert Haider seine Ehrenmitgliedschaft. Begründet wurden diese Maßnahmen mit der "Gefahr in Verzug" und dem "unwürdigen Verhalten" Haiders. Gleiches gelte auch für andere orange Überläufer. "Solche Elemente" würden sofort ausgeschlossen werden, bekräftigte Völk. Gudenus bezichtigte den künftigen BZÖ-Obmann zudem des "Verrats am Wähler, an der Jugend und der Organisation".

Eigentlich sei man froh, sich von der "Geiselhaft Haiders befreit zu haben", da dieser für die letzten Wahlschlappen und "Politik-Verdrossenheit der Jugend" verantwortlich sei. Er sei somit die "größte Gefahr" für die FPÖ gewesen, so Völk. Mit seiner Zustimmung für einen EU-Beitritt der Türkei habe Haider die Wähler und die eigenen Mitstreiter vor den Kopf gestoßen. "Das hat keiner mehr verstanden", so Gudenus. Auch mit der Zustimmung zur EU-Osterweiterung habe man die "Kernwählerschaft verraten".

BZÖ-Führung mit "mangelnder intellektuelle Fähigkeit"
Schwere Geschütze wurden auch gegen das Bündnis aufgefahren: "Mindestens zehn Stunden Solarium täglich" seien offenbar eine Voraussetzung für die BZÖ-Mitgliedschaft, ätzten Gudenus und Völk. "Das BZÖ ist unerotisch wie eine Pensionsversicherungsanstalt. Und das ist es auch." Nämlich eine Versicherungsanstalt und ein "Mehrheitsbeschaffungsverein" für Abgeordnete und Minister, kritisierte der RFJ-Obmann. Gudenus und Völk attestierten der BZÖ-Führung außerdem "mangelnde intellektuelle Fähigkeit".

Das BZÖ würde außerdem "Mafiamethoden" anwenden und die "Parlamentarier unter Druck" setzen, empörte sich Gudenus. Daher werde nun in Kärnten eine Hotline für "unter Druck gesetzte" FPÖ-ler eingerichtet. Die Parteibasis stelle sich jedenfalls geschlossen hinter die FPÖ alt. Anders lautende Zwischenrufe aus den eigenen Landesorganisationen ließen die beiden nicht gelten. "Als Bundesvorsitzender repräsentiere ich den RFJ nach außen", betonte Gudenus.

Gudenus und Völk sprachen sich auch für Neuwahlen aus, nicht nur auf Bundesebene sondern auch in Kärnten. Gudenus forderte die Abgeordneten auf, ihr Mandat zurückzugeben, weil sie nicht als orange Fraktion gewählt worden sind. Es wäre verantwortungslos , wenn Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) diese "Misere weitertreiben" würde. "Das ist ja kein Zustand", empörte sich Gudenus. Mit Strache als "Zugpferd und Hoffnungsanker" rechnen sich die FP-Jugend und die -Studenten gute Chancen aus, bei einem vorzeitigen Urnengang in den Nationalrat einzuziehen.
(apa)

8.4.2005 12:06