Umfragen ergaben: Bei vorgezogener Wahl käme BZÖ auf 6, FPÖ auf 3 Prozent!
- Die Sozialdemokraten liegen vor der Volkspartei
- Drei-Parteien-Parlament: "Unverkennbares Unbehagen"
Bei einer vorgezogenen Nationalratswahl käme das BZÖ jetzt auf sechs, die FPÖ auf drei Prozent Stimmenanteil. Die SPÖ liegt vor der ÖVP. Das zeigt eine am Freitag veröffentlichte Hochrechnung des Linzer Meinungsforschungsinstitutes "market". Eine ebenfalls am Freitag veröffentlichtes Umfrageergebnis des Linzer Meinungsforschungsinstitutes "IMAS" gab sowohl BZÖ als auch FPÖ wenig Überlebenschancen.
In einer Telefonumfrage stellte market am 5. und 6. April insgesamt 400 repräsentativ ausgewählten Österreichern ab 18 Jahren die so genannte "Sonntagsfrage", also: "Wenn am kommenden Sonntag Wahlen wären, welcher Partei würden sie ihre Stimme geben?" Die auf der Basis der Umfragedaten angestellte Hochrechnung bringt sechs Prozent Zustimmung für das BZÖ und drei Prozent für die FPÖ (das FPÖ-Wahlergebnis am 24. November 2002: 10,01 Prozent). Die ÖVP verzeichnet bei dieser Umfrage gegenüber den Umfragen in den Wochen davor ein leichtes Minus und kommt auf 38 Prozent (Wahl 2002: 42,3 Prozent), die SPÖ auf 42 Prozent (36,51). Die Grünen können mit elf Prozent (9,47 Prozent) rechnen.
IMAS befragte rund 1.000 repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ausgewählte Personen zwischen dem 22. März und dem 5. April. Die Umfrage startete also bereits nach dem Ausschluss von Andreas Mölzer, unmittelbar vor ihrem Abschluss war auch schon die Spaltung in FPÖ und BZÖ erfolgt. 32 Prozent glaubten dabei, dass keine der beiden Gruppierungen eine Chance hätte, bei einer Wahl in den Nationalrat einzuziehen. Ein weiteres Drittel wagte keine konkrete Prognose. 25 Prozent räumten der BZÖ-Gruppe um Haider, Haubner und Gorbach die besseren Zukunftsaussichten ein. Zehn Prozent tippten auf das politische Überleben der Gruppe um Mölzer, Strache und Stadler.
Bevölkerung ist gegen ein Drei-Parteien-Parlament
Ein "unverkennbares Unbehagen" bei der Bevölkerung diagnostizieren die Meinungsforscher von IMAS für den Fall, dass im Parlament aufgrund der Entwicklung bei den Freiheitlichen nur mehr drei Parteien vertreten wären. Nur 19 Prozent würden ein Drei-Parteien-Parlament ausdrücklich begrüßen. 30 Prozent fänden es nicht gut. 51 Prozent sind in der Frage unschlüssig oder stehen dem Thema mit Gleichgültigkeit gegenüber.
Ziemlich klar ist laut IMAS die Vorstellung der Österreicher davon, wer in einem Drei-Parteien-Parlament eine Regierungskoalition bilden sollte: 37 Prozent sind für ÖVP mit SPÖ, 19 Prozent für SPÖ mit Grünen, 12 Prozent für ÖVP mit Grünen. 32 Prozent zeigten sich unentschieden oder es war ihnen egal. (apa)
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