Donnerstag, 7. April 2005

FORMAT: Geheime Aktenvermerke von Heinz-Christian Strache über Jörg Haider

  • LH bot Ministerposten an, um Spaltung zu verhindern
  • Dafür Ende der Attacken auf Stronach, Eurofighter, ÖVP

Keine öffentlichen Attacken gegen Stronach, die Eurofighter und die ÖVP. Das hatte der Kärntner Landeshauptmann angeblich von Wiener FP-Chef Heinz Christian Strache verlangt, um die Abspaltung von der FPÖ zu verhindern. Im Gegenzug hatte Haider Strache einen Ministerposten angeboten und versprochen ihn "aus dem rechten Eck" zu holen. Das geht aus einem von Strache verfassten Gedächtnisprotokoll der Gespräche zwischen Haider und Strache vom 15. und 21. März hervor, das dem Nachrichtenmagazin FORMAT vorliegt.

Diese Absprachen hätten zusätzlich zu der von Haider und Strache schriftlich unterfertigten "Vereinbarung" gelten sollen, die Strache am Dienstag veröffentlicht hat.

Haiders forderte laut laut Strache-Aktenvermerk:

  • Dass "der Eurofighter-Kauf nicht mehr thematisiert wird". - Dass "die FPÖ-Finanzschulden nicht weiter überprüft werden". - Dass die laufende Überprüfung der FP-Finanzen durch einen Wirtschaftsprüfer im Auftrag von Strache eingestellt werden solle - Dass "die Wirtschaftsaktivitäten von Frank Stronach kein Thema mehr sein sollen, da dieser als Sponsor in Zukunft infrage käme". Haider soll laut Protokoll gesagt haben: "Er steht uns viel näher, als du glaubst. Er unterstützt uns in Kärnten massiv. Peter Westenthaler und andere könnten als Überraschung wieder zurückkommen."
  • Die FPÖ solle in Zukunft "jedem heftigen inhaltlichen Konflikt mit der ÖVP aus dem Wege gehen", "damit es zu einer gesicherten Koalitions-Neuauflage und Fortsetzung im Jahr 2006 kommen kann. Diese dritte Regierungsperiode sei mit Schüssel von Beginn an akkordiert gewesen."
  • Haider habe darüber hinaus angeboten, Strache aus dem "Rechtsaußen-Eck" herauszuholen und habe Strache "zum wiederholten Male einen Staatssekretär und Minister angeboten".

    Heinz Christian Strache im Aktenvermerk: "Das unmoralische Ansinnen kann ich nicht akzeptieren, da ich mir und den Menschen treu bleibe."

    Jörg Haider wollte die oben angeführten Punkte gegenüber FORMAT nicht im Detail kommentieren. Haiders Pressesprecher ließ FORMAT ausrichten: "Das ist eine Schmutzkübelkampagne des Herrn Strache. Auf dieses Niveau werden wir nicht hinuntersteigen."

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    7.4.2005 11:49