Freitag, 8. April 2005

Hochstimmung beim "Patriotentreffen": Stadler und Mölzer rechnen mit Orange ab

  • Mölzer freut sich über "freiheitliche Tiefwurzler"
  • Stadler fordert Aufklärung über BZÖ-Finanzierung

Zu Abrechnungen mit Jörg Haider und der BZÖ-Regierungsmannschaft haben EU-Mandatar Andreas Mölzer und Volksanwalt Ewald Stadler erwartungsgemäß ihre Reden beim Mangelburger Patriotentreffen in Oberösterreich genutzt. Von den anwesenden Blau-Anhängern wurden sie dafür mit Standing Ovations gefeiert.

Mölzer amüsierte sich darüber, dass man ihn noch vor wenigen Wochen aus der Partei ausschließen habe wollen. Jetzt rede er vor rund 1.000 "freiheitlichen Tiefwurzlern. Das macht schon Freude", so Mölzer. Dass nun umgekehrt die Kärntner Granden wie Jörg Haider und Martin Strutz aus der FPÖ ausgeschlossen wurden, wurde mit Bravo-Rufen quittiert. Mölzer zeigte sich auch überzeugt, dass man in einem allfälligen Rechtsstreit die Oberhand haben werde.

Dem BZÖ gibt er keine große Zukunft, schließlich sei es von Leuten wie Gernot Rumpold und den Gebrüdern Uwe und Kurt Scheuch "stümperhaft" eingefädelt worden.

Nichtangriffspakt mit der ÖVP?
Auf Interesse beim Publikum stieß sein Bericht über den angeblichen Pakt zwischen Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider und Heinz-Christian Strache, bevor das BZÖ gegründet wurde. Dass Haider gefordert habe, die ÖVP nicht mehr direkt anzugreifen und keine Kritik an den Abfangjägern und Frank Stronach zu üben, wurde mit "Aha"-Aufrufen kommentiert.

Stadler, der als Präsident der freiheitlichen Akademie quasi als Veranstalter fungierte, holte überhaupt zu einer rund einstündigen Grundsatzrede aus. Zunächst gab er Einblick in sein Geschichtsbild, das bereits vor zwei Jahren für Aufregung gesorgt hatte. Österreich sei demnach nicht 1945, sondern erst 1955 wirklich befreit worden, das Jahr des EU-Referendums (1994) sei ein "trauriges Datum".

Stadler fordert Aufklärung über BZÖ-Finanzierung
Ausführlich aufgezählt wurden von Stadler auch die vermeintlichen Fehler und Misserfolge der Koalition. Der Kampf gegen das Establishment wurde für ihn von der FP-Regierungsmannschaft aufgegeben, weshalb nun wieder eine "unverwässerte FPÖ" gefordert sei.

Das BZÖ forderte er auf, offen zu legen, "wer diesen sonderbaren Klub finanziert". Er könne sich durchaus vorstellen, dass Frank Stronach sich nicht nur einen Fußballklub und einen Reitstall, sondern auch eine eigene Partei halten wolle.

Von den Nationalratsmandataren fand sich im Mangelburger Veranstaltungszentrum erwartungsgemäß niemand ein. Lediglich Bundesrat John Gudenus ließ sich blicken. (apa/red)

8.4.2005 21:56