Nach FPÖ-Spaltung: Meinungsforscher sehen keinen Platz für zwei Parteien
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Meinungsforscher: Wunsch
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Wiens FPÖ-Chef stellt sich beim Parteitag der Wahl
Die Spaltung der FPÖ wird höchstens eine der beiden Parteien überleben. Das ist die durchgehende Ansicht bei bekannten Meinungsforschern und Politologen. Während David Pfarrhofer vom "market"-Institut eher der alten FPÖ rund um Wiens Landeschef Heinz-Christian Strache ein Überleben zutraut, tippen der Politikwissenschafter Peter Filzmaier und "Fessel"-Meinungsfoscher Peter Ulram eher auf das neue BZÖ. Dass Jörg Haider mit dem Bündnis an alte Erfolge anschließen kann, glaubt allerdings keiner der Befragten.
Filzmaier sieht es als einzig realistisches Ziel des BZÖ, wieder zweistellig zu werden, wenn man die "Reststabilität" bis zur nächsten Wahl 2006 erhalten kann. An alte Erfolge anzuschließen sei "vollkommen illusorisch". Längerfristig hält es der Politologe jedenfalls für unwahrscheinlich, dass beide Parteien weiter existieren können: "Weil sie sich in Wahlen das Potenzial wegnehmen." Dies gelte umso mehr auf Landesebene.
Klar fällt hier die Einschätzung Ulrams vom VP-nahen "Fessel"-Institut aus. Zur alten FPÖ, die er als "Strache/(Volksanwalt Ewald)Stadler/(EU-Abgeordneter Andreas)Mölzer"-Verein bezeichnet, meint er: "Die haben sehr gute Chancen überhaupt unterzugehen." Dass man mit dem "deutsch-nationalen Kern" nichts anfangen könne, habe Haider schon vor zehn Jahren gewusst. Diese Gruppe sei nur vom Blickpunkt "sozialwissenschaftlicher Archäologie" interessant.
Allzu günstig stehen nach Ansicht Ulrams aber auch die Sterne des BZÖ nicht. Dass Haider mehr als die zuletzt für die FPÖ erhobenen sechs bis sieben Prozent erreiche, sei zwar nicht ausgeschlossen, leicht werde es aber nicht sein: "Wenn der Haider sehr gut ist, das muss er erst schaffen, ist er für acht bis zehn Prozent gut."
Pfarrhofer ist überhaupt skeptisch, ob der Kärntner Landeshauptmann ein Comeback feiern kann. Dafür müsste er die versprengten Wähler zurückgewinnen und daran zweifle er, meinte der "market"-Forscher. Dafür würde es neue Köpfe brauchen, was beim BZÖ nicht der Fall sei: "Da ist wenig Zukunft drin." Er glaube fast, dass die FPÖ stärker abschneiden werde, da die Rechtsgruppen mobilisierbar seien.
Auf die Fortsetzung der Regierung erwartet Pfarrhofer aber keine Auswirkungen durch die Spaltung: "Ich nehme an, dass hier penibelst recherchiert wurde, dass nix passiert und die Regierungsbeteiligung geht." Neuwahlen wären fatal. Jedenfalls sei das Ganze alles andere als ein Zeichen von Stabilität.
Auch Ulram erwartet kein Ende der Regierungszusammenarbeit: "Die Regierung ist so lange stabil, so lange sie eine Mehrheit hat." So lange gebe es für jene, die die Mehrheit haben, auch keinen Grund neu zu wählen.
So denkt auch Filzmaier, dass zumindest das BZÖ durchhalten will. Mit der nunmehrigen Entscheidung halbe man "halbwegs das Heft des Handeln behalten" und damit einen besseren Zustand als den derzeitigen erreicht und paradoxerweise die Stabilität sogar erhöht: "Da hat man Zeit gewonnen bis Herbst 2006. Allerdings ist dieser Zeitgewinn eine Galgenfrist."
(apa/red)
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