Johannes Paul II. beigesetzt: Milliarden Menschen sahen bewegenden Abschied
- "Nimm ihn auf in die heiligen Stätten des Himmels"
- Vier Millionen Pilger und 200 Staatschefs in Rom dabei
·BILDER: Abschied
von Johannes Paul II.
Klicken: Aufbahrung
und Begräbnis im Vatikan
·KLICKEN: Wer beim Begräbnis dabei war
Bush, Annan, Schröder, Prinz Charles... in Rom
·Falscher Alarm um Bomben-Flugzeug!
Luftwaffe dementiert ein geplantes Attentat in Rom
·Hektik wich Ruhe & friedlicher Stimmung
Roms Innenministeriums: Keine Zwischenfälle
·Kondolenzbuch für Johannes Paul II.
Papst-Tod: Bringen Sie Ihre Trauer zum Ausdruck
·Ganze Welt trauerte
um Johannes Paul II.
BILDER: Sogar Fidel Castro ging in die Kirche
·BILDER: Trauer um Papst in Österreich
Fischer trägt sich in das Kondolenzbuch ein
·BILDER: Letzte Tage
des Heiligen Vaters!
Die letzten Auftritte! Plus: Das Leben des Papstes!
·"Zeit nicht reif für schwarzen Papst"
Nigerianer Arinze über seinen Chancen bei Wahl
Mit einem bewegenden Trauergottesdienst vor gut vier Millionen Menschen in Rom sowie vor Milliarden Fernsehzuschauern weltweit ist Papst Johannes Paul II. zur letzten Ruhe geleitet worden. Auch auf dem Petersplatz, der Piazza del Popolo, dem Circus Maximus und zahlreichen weiteren Plätzen in Rom verfolgten Gläubige, die in den vergangenen Tagen aus aller Welt angereist waren, das fast dreistündige Requiem für den Papst. Zelebriert wurde es von Kardinalsdekan Joseph Ratzinger, der den unermüdlichen Einsatz des Verstorbenen für die Verbreitung des Glaubens würdigte.
An der Gedenkmesse nahmen Staatsgäste aus mehr als 80 Ländern teil, unter ihnen auch US-Präsident George W. Bush, der britische Premier Tony Blair, Bundespräsident Heinz Fischer, Nationalratspräsident Andreas Khol (V), Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) und Vizekanzler Hubert Gorbach (B). In ihrer Funktion als EU-Kommissarin war auch Ex-Außenministerin Benita Ferrero-Waldner im Vatikan. Auch hohe Würdenträger der anderen christlichen Konfessionen, des Islam und des Judentums nahmen an dem Pontifikalamt teil. Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn, einer der 117 wahlberechtigten Kardinäle, fungierte als einer der zahlreichen Konzelebranten.
Die Exequien, wie der erste Teil des Bestattungsrituals der katholischen Kirche genannt wird, begannen in der Früh mit einer Zeremonie im Petersdom: Der päpstliche Privatsekretär Stanislaw Dziwisz bedeckte das Gesicht des Toten, der vier Tage lang für die Öffentlichkeit aufgebahrt war, mit einem weißen Seidentuch. Der schlichte Holzsarg, verziert nur mit einem Kreuz und dem Buchstaben M für die Jungfrau Maria, wurde dann ins Freie getragen. Dahinter schritten die in Purpurrot gekleideten Kardinäle, die ab 18. April auch den Nachfolger des Papstes zu wählen haben, auf den Petersplatz.
"Nimm ihn auf in die heiligen Stätten des Himmels!"
Kardinal Ratzinger erinnerte in seiner Predigt auf Italienisch an den Lebensweg des Verstorbenen - vom Fabriksarbeiter während der deutschen Besatzungszeit in Polen bis zum Oberhaupt der weltweit über einer Milliarde Katholiken. Johannes Paul II. sei schon in jungen Jahren allen Widrigkeiten zum Trotz unermüdlich losgezogen, um seine Mitmenschen zum Glauben zu führen. Er habe sich bis zuletzt dem Dienst für die Kirche gewidmet und sei so mit Christus eins geworden, sagte Ratzinger. Mit Fürbitten in verschiedenen Sprachen wurde Gott angerufen, die Seele des Papstes aufzunehmen. Nach der Anrufung der Heiligen und dem Friedensgruß wurde das Requiem mit dem Abschiedsgebet der Ultima Commendatio beendet: "Nimm ihn auf in die heiligen Stätten des Himmels!"
In der Menge auf dem Petersplatz wurde der Papst in Sprechchören immer wieder als "Santo" gefeiert, als Heiliger. Auch auf Transparenten war die Forderung nach einer sofortigen Heiligsprechung von Johannes Paul zu lesen: "Santo Subito!". Das Kirchenrecht macht dies aber davon abhängig, dass zuerst eine Seligsprechung erfolgt. Dieser Vorgang kann frühestens fünf Jahre nach dem Tod eingeleitet werden, doch sind dabei auch Ausnahmen möglich, wie der Fall der 1997 verstorbenen Mutter Teresa deutlich gemacht hat.
Viele Pilger brachen in Tränen aus
Nach der Totenmesse wurde der Sarg in den Petersdom gebracht. Unter den Beifallsstürmen der Pilger knieten zwölf schwarz gekleidete Träger - die Zahl der Apostel Jesu - vor dem Sarg auf dem Petersplatz nieder und schulterten ihn. Bevor sie die Schwelle zum Petersdom überschritten, drehten sie sich ein letztes Mal mit dem Sarg der jubelnden Menge zu. Viele Pilger brachen beim Läuten der Glocken des Domes in Tränen aus.
Der Papst wurde danach unterhalb der Kuppel des Petersdoms in der Krypta bestattet. Bei dieser letzten Zeremonie waren nur noch wenige hohe Würdenträger anwesend, es gab keine TV-Übertragung. Johannes Paul II. erhielt ein einfaches Erdgrab an der Stelle, an der bis vor wenigen Jahren Johannes XIII. geruht hatte. Dieser wurde 2001 in die Hauptkirche transferiert. Johannes Paul II. liegt unweit des Grabes des Apostels Petrus, des ersten Papstes.
Österreichs Repräsentanten beeindruckt
Nach der Messe zeigten sich die offiziellen Repräsentanten Österreichs tief beeindruckt. Bundespräsident Fischer hob die "Einstimmigkeit in der Wertschätzung der großen Persönlichkeit von Johannes Paul II." hervor, Nationalratspräsident Khol zeigte sich bewegt und erklärte: "Die Teilnahme so vieler Menschen verschiedener Rassen und Religionen hat einen gewaltigen Eindruck der Universalität der katholischen Kirche hinterlassen." Bundeskanzler Schüssel anerkannte die Tatsache, dass "ungeachtet aller Anschauungsunterschiede die Welt einen großen Staats- und Kirchenmann gewürdigt hat".
Große Anteilnahme in der Heimat des Papstes
In Rom und zu daheim vor den Fernsehgeräten oder im Freien aufgestellten Videowänden haben Millionen Polen die Trauerfeiern für ihren verstorbenen Landsmann Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz verfolgt. Um 10:00 Uhr heulten in ganz Polen die Sirenen; in Krakau läutete die mittelalterliche Sigmund-Glocke. Als der Sarg des Papstes vom Petersplatz getragen wurde, feuerten Soldaten in Warschau 26 Salven aus sechs Kanonen ab - zu Ehren für 26 vollendete Jahre des zu Ende gegangenen Pontifikats von Karol Wojtyla. (apa/red)
Syrien13:12
UNO-Rüge nach MassakerSicherheitsrat richtet nach Massaker in Houla deutliche Worte an Regierung
Suu Kyi11:03
Erste AuslandsreiseNach 24 Jahren zum ersten Mal wieder ins Ausland: Suu Kyi reist nach Bangkok
Dalai Lama in Österreich14:12
Keine Angst vor ChinaAußenministerium reagiert auf Chinas Empörung betont gelassen
