Nach Andeutungen von Kardinal Sodano: Wird Johannes Paul II. heilig gesprochen?
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Kurienkardinal Angelo Sodano hat eine Heiligsprechung des am Samstag verstorbenen Papstes Johannes Paul II. angedeutet. In seiner Predigt während des Gottesdienstes für den Papst am Sonntagvormittag auf dem Petersplatz bezeichnete Sodano den Verstorbenen laut Predigttext als "Johannes Paul den Großen". Diese Bezeichnung ist üblicherweise für heilig gesprochene Päpste reserviert, wie Gregor der Große (590-604) oder Leo der Große (440-461).
Wie die Nachrichtenagentur AP meldet, wich der bisherige Kardinal-Staatssekretär (Regierungschef des Vatikan) bei der Predigt jedoch vom geschriebenen Text ab und unterließ den Zusatz "der Große". Im Vatikan gelten die geschriebenen Texte aber trotzdem als offiziell.
Schon vor seinem Ableben war spekuliert worden, dass Johannes Paul II. möglicherweise "per Akklamation" durch das Kardinalskollegium kanonisiert wird, obwohl das Heiligsprechungsverfahren in der Regel mehrere Jahre nach dem Tod der betreffenden Person in Anspruch nimmt.
Zur Heilig- und Seligsprechung bedarf es des Märtyrertodes oder eines Wunders. Allerdings werden dabei nur Wunder berücksichtigt, die nach dem Tod durch Anbetung geschehen sind. Vorstufe der Heiligsprechung (Kanonisation) ist die Seligsprechung (Beatifikation). Heilige und Selige sollen den Gläubigen als Vorbild für ein wahrhaft christliches Leben sowie im Gebet zur Fürbitte beim Allmächtigen dienen.
Auf dem Weg zur Heiligsprechung gibt es zahlreiche genau geregelte Verfahrensschritte, die jedoch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1983 vereinfacht wurden, um den Prozess zu beschleunigen. So wird der Lebenswandel der betreffenden Person genau geprüft und ob es eine "weit verbreitete Verehrung" durch das Kirchenvolk gibt. Papst Johannes Paul II. sprach während seines über 26-jährigen Pontifikats 1.338 Menschen selig und 482 heilig, mehr als all seine Vorgänger zusammen.
Der zeitliche Rahmen einer Selig- bzw. Heiligsprechung ist sehr unterschiedlich. Am schnellsten ging es wohl beim Hl. Franz von Assisi: Er wurde bereits zwei Jahre nach seinem Tod 1226 heilig gesprochen. Sehr lang dauerte es bei der Hl. Johanna von Orleans: 1431 hingerichtet, wurde sie erst 1920 kanonisiert. (apa/red)
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