Samstag, 9. April 2005

Trauerfeier nach Tsunami: Fackeln für die vielen österreichischen Opfer in Thailand

  • Gedenkzeremonie in Phuket mit Angehörigen
  • Plassnik: "Stunde des Zusammenstehens"

Jeder einzelne Name wurde verlesen, für jedes Tsunami-Opfer war eine Fackel entzündet: Im buddhistischen Chalong- Tempel, dem ältesten auf der thailändischen Ferieninsel Phuket, fand eine stimmungsvolle und bewegende Gedenkzeremonie für die Toten und Vermissten aus Österreich statt. Unter den 160 Teilnehmern befanden sich fast alle der 96 Angehörigen, die am Vortag mit einem vom Außenministerium zur Verfügung gestellten Austrian Airlines-Sonderflug angereist waren.

Die Begrüßung nahm der Botschafter in Bangkok, Herbert Traxl, vor. Er verlas dabei auch eine Grußbotschaft von Außenministerin Ursula Plassnik (V), die von einer "Stunde des Zusammenstehens, des respektvollen Gedenkens und auch der Hoffnung" schrieb, "dass man das Unbegreifliche vielleicht doch wird zumindest akzeptieren können, und dass die Liebe stärker sein wird als aller Schmerz".

Plassnik sprach den Angehörigen "aufrichtiges Mitgefühl" im Namen der Bundesregierung aus. Sie schloss ihre Grußbotschaft mit einem Rilke-Zitat: "So lass uns Abschied nehmen wie zwei Sterne, durch jedes Übermaß von Nacht getrennt, das eine Nähe ist, die sich an Ferne erprobt und an dem Fernsten sich erkennt."

Angehörige bei Trauerfeier zusammengebrochen
In den Chalong-Tempel gekommen waren auch der Sonderbotschafter im Konsulat in Phuket, Harald Wiesner, und Konsul Edwin Ferner, der ebenso ein "Helfer der ersten Stunde" war wie ebenfalls anwesende Repräsentanten von Exekutive, Bundesheer und Österreichischem Rotem Kreuz (ÖRK). An der Zeremonie nahmen außerdem zehn Vertreter des thailändischen Roten Kreuzes und die Crew-Mitglieder des Sonderfluges teil.

Man sei zum Trauern, Gedenken und Bedenken zusammen gekommen, betonten die Priester bei dem ökumenischen Gottesdienst im Chalong- Tempel. Es gebe sichtbare Tränen und innere Wunden des Verletztseins. "Trauer ist Arbeit, Trost kann nicht billig sein."

Für einige der Angehörigen war die Zeremonie überaus schmerzvoll. Eine Frau brach nach Abschluss zusammen, die Helfer des Roten Kreuzes waren rasch zur Stelle. Auch die Mutter eines anderen Opfers musste gestützt und gelabt werden. Mehrere Hinterbliebenen gaben ihrer Trauer mit Tränen Ausdruck. (apa)

9.4.2005 16:42