Heute im Blickpunkt: Weltgesundheits-Tag steht im Zeichen von "Mutter & Kind"
- Jede Minute stirbt weltweit 1 Frau durch vermeidbare Komplikationen bei Schwangerschaft oder Entbindung & 20 Kinder
Sie sind weltweit die Verwundbarsten: Jedes Jahr sterben Millionen Frauen, Babys und Kleinkinder an vermeidbaren Todesursachen. Daher hat die Weltgesundheitsorganisation WHO den diesjährigen Weltgesundheits-Tag am Donnerstag unter das Motto "Mutter und Kind - Gesundheit von Anfang an" gestellt.
Auch nur eine einfache Basisversorgung könnte in vielen Staaten der Erde den größten Teil der Probleme beheben. So stirbt jede Minute auf der Erde eine Frau durch Komplikationen in der Schwangerschaft oder bei der Entbindung. Das sind 1.400 Todesopfer pro Tag oder mehr als eine halbe Million pro Jahr. Jede Minute kommen 20 Kinder im Alter unter fünf Jahren um. Das sind 10,6 Millionen Todesopfer pro Jahr. Vier Millionen davon entfallen auf die Neugeborenen.
Die Leiterin der WHO-Abteilung für Familiengesundheit, Marie-Paule Kieny, wertete diese Zahlen als "Skandal". Die Gefahren für Mütter und Kinder könnten ohne großen Aufwand deutlich verringert werden. In vielen Ländern mangle es an geschulten Hebammen, Antibiotika, Vitaminen und Mineralien sowie Therapien zur Rehydrierung. In Entwicklungsländern hätten weniger als zwei Drittel der werdenden Mütter professionellen Beistand bei der Geburt. In den allerärmsten Ländern seien es weniger als ein Drittel.
Blutungen (24 Prozent), Infektionen (15 Prozent), unsichere Abtreibungen (13 Prozent), hoher Blutdruck (zwölf Prozent) und Geburtshindernisse sind für 70 Prozent aller Todesfälle unter werdenden bzw. jungen Müttern weltweit verantwortlich. Ganz wenige und vor allem verhinderbare Faktoren stecken auch hinter 70 Prozent der Todesfälle unter Kindern: Komplikationen bei der Geburt (37 Prozent), Lungenentzündung (19 Prozent), Durchfall (17 Prozent), Malaria (acht Prozent), Masern (vier Prozent) und HIV bzw. Aids (drei Prozent).
(apa/red)
