10 Jahre nach dem EU-Beitritt: Erwartung der Österreicher an die Union kaum erfüllt
- 69 Prozent haben sich Konjunkturbelebung erwartet
- Nur für 31 % ist wirtschaftliche Aufschwung eingetreten
Die Erwartungshaltung der Österreicher mit dem Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft ist nur in geringem Ausmaß erfüllt worden. Sowohl was die Belebung der Konjunktur, die Verringerung der Inflation als auch die Kriminalitätsbekämpfung betrifft, ziehen sie eine eher negative Bilanz. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) hervor.
Dazu wurden im Februar 998 Österreicher telefonisch von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft (SWS) befragt. "Die Ergebnisse sind ernüchternd", meinte ÖGfE-Generalsekretär Gerhard Bauer. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Befragten haben sich laut Umfrage vom EU-Beitritt eine Konjunkturbelebung erwartet, für nur knapp ein Drittel (31 Prozent) ist eine wirtschaftliche Belebung auch eingetreten.
58 Prozent meinen, dass die EU in den letzten zehn Jahren keine Konjunkturbelebung zustande gebracht hat. Ein gutes Fünftel glaubt, dass Österreich ohne EU-Beitritt besser abgeschnitten hätte. Nur ein Drittel geht davon aus, dass die Konjunktur ohne EU noch schlechter gelaufen wäre.
46 Prozent der Befragten haben erwartet, der EU-Beitritt werde die Inflation verringern. 77 Prozent meinen, dass dies nicht gelungen ist. 26 Prozent gehen davon aus, dass die Bekämpfung von Preissteigerungen ohne EU besser gelungen wäre, für 20 Prozent wäre dies ohne EU schlechter gelungen.
"Die Lage ist besser als die Stimmung", betonte der Vizepräsident der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Wolfgang Duchatczek. Die durchschnittliche harmonisierte Inflationsrate in den zehn Jahren vor dem EU-Beitritt habe 3,0 Prozent und seit dem EU-Beitritt 1,5 Prozent betragen. Das Wirtschaftswachstum seit dem EU-Beitritt sei zwar nicht berauschend gewesen, aber immer über dem EU-Schnitt und jenem von Deutschland gelegen.
(apa)
