Montag, 4. April 2005

Meisterwerk zieht um: Mona Lisa über-
siedelt in einen neuen Saal des Louvre!

  • Neue Vitrine mit 20 Grad und 50% Luftfeuchtigkeit

Das wohl berühmteste Lächeln der Welt ist momentan für die Besucher nicht zu bewundern. Der Pariser Louvre hängt sein meist bewundertes Gemälde, die "Mona Lisa" von Leonardo da Vinci (1452-1519) derzeit um - vom Rosa-Saal in den rund 150 Meter weit entfernten, vollkommen renovierten "Salle des Etats". Erst am Mittwoch, den 6. April, ab 14 Uhr wird die "Mona Lisa" wieder die Besucher anlächeln - aus einer neuen Vitrine aus bruchfesten und nicht reflektierenden Spiegelglas. Das Kunstwerk wurde seit 1974 nicht mehr bewegt.

Experten hatten seit geraumer Zeit um den Zustand der "Joconde", wie das Bild auf Französisch genannt wird, gebangt. Das 77 mal 53 Zentimeter große, 13 Millimeter dicke und 2,5 Kilogramm schwere Bild weist nämlich die Besorgnis erregende Tendenz auf, sich zu wellen. Die konstanten 20 Grad Celsius und etwa 50 Prozent Luftfeuchtigkeit, die in der neuen Vitrine herrschen sollen, seien nun ideale Bedingungen für das Kunstwerk. Ebenfalls ein neues Zuhause in der Vitrine wird die "Hochzeit von Kana" von Veronese finden.

Anlässlich des Umzugs sollen die Museumsexperten eine ganze Reihe von Analysen an dem 1502 bis 1506 entstandenen Porträt der Lisa Gherardini, Ehefrau des reichen Großbürgers Del Giocondo, durchführen. Mit dreidimensionalen Abbildungen, Röntgenaufnahmen, Infrarotbildern und Pigmentanalysen wird eine genaue Bestandsaufnahme aller kleinen Mängel an dem Bild erstellt. An einem Bilderrand haben die Experten sogar einen Fingerabdruck entdeckt, ohne allerdings klären zu können, ob er einem Restaurateur gehörte oder Leonardo da Vinci höchst persönlich. (apa)

4.4.2005 17:05