Freitag, 8. April 2005

Stichwort Elektrostahlverfahren: 1904 von Paul-Louis Heroult entwickelt!

  • Roheisen wird auf Temperaturen um 3.000° C gebracht

Beim Elektrostahlverfahren kann durch Schmelzen im Lichtbogenofen aus Schrott und Eisenschwamm Stahl hergestellt werden. Durch den Lichtbogen wird der Ofeninhalt aufgeschmolzen. Den Sauerstoff bezieht dieses Verfahren aus der Umgebungsluft. Zusätzlich kann mit einer Lanze Sauerstoff auf die Schmelze geblasen werden.

Dieses Verfahren wird vorwiegend in Ministahlwerken eingesetzt, die keine Flüssigstrecke zum Herstellen von flüssigem Roheisen benötigen. Es wurde 1904 von Paul-Louis Heroult entwickelt. Stähle, die im Elektroofen erzeugt wurden, heißen Elektrostähle und sind besonders hochwertig.

Im Elektroofen wird das Roheisen auf Temperaturen um 3.000 Grad Celsius gebracht. Dies erreicht man durch Anlegen einer Spannung zwischen zwei Graphitelektroden, zwischen denen sich dann ein so genannter Lichtbogen bildet. Außer dem Roheisen wird Schrott zugegeben, dessen Sauerstoffanteil die Begleitelemente oxidiert. Dann setzt man Legierungsmetalle in bestimmten Mengen direkt hinzu, so dass eine Stahllegierung entsteht.

Vorteilhaft ist, dass der Elektrolichtbogenofen sowohl mit 100 Prozent Schrotteinsatz als auch mit beliebigsten Mischungen aus Schrott und Roheisen betrieben werden kann. Die im Schrott enthaltenen Bestandteile wie Öle und Kunststoffe haben jedoch die Bildung von Abgasen zur Folge, die Dioxine und andere Schadstoffe freisetzen können, was wiederum den Einsatz von Abgassystemen notwendig macht. (apa)

8.4.2005 14:53