Pensionisten-Drama: Ein 67-Jähriger versuchte Lebensgefährtin zu erschießen
- Salzburger zielte durch geschlossene Schlafzimmertür
- Opfer ist mittlerweile außer Lebensgefahr
Erst am Dienstagnachmittag wurden nähere Einzelheiten über den Mordversuch an einer 66-jährigen Frau in Bischofshofen (Pongau) bekannt. Der mutmaßliche Täter, der um ein Jahr ältere Lebensgefährte des Opfers, hatte mehrmals in der Nacht zum Dienstag durch die Schlafzimmertüre geschossen und dabei die Frau schwer verletzt. Unter anderem erlitt sie einen Bauchdurchschuss und einen Durchschuss an der Hand. Das Motiv für den vorangegangenen Streit liegt noch völlig im Dunkeln, wie Christian Voggenberger, stellvertretender Leiter der Kriminalabteilung Salzburg, der APA schilderte.
Zwischen dem Paar, das seit 13 Jahren unter einem Dach lebt, war es in der Nacht zum Dienstag zu Streit gekommen. Für die Nachbarn nichts Ungewöhnliches, hörten sie doch schon öfter lautstarke Auseinandersetzungen aus der Wohnung. Dieses Mal dürfte der Pensionist die Frau auch bedroht haben, woraufhin sie ins Schlafzimmer flüchtete und die Türe abschloss, so Voggenberger. Der 67-Jährige versuchte dann, die Türe mit Gewalt zu öffnen, was ihm aber nicht gelang.
Dann habe er die Waffe - eine Pistole der Marke Smith & Wesson, neun Kaliber - geholt und feuerte aus geringer Entfernung mehrmals durch die Tür. Zu diesem Zeitpunkt war es etwa 1.30 Uhr. Die Zahl der abgegebenen Schüsse ist den Kriminalisten zwar bekannt, sie verraten sie aber aus taktischen Gründen nicht.
Schwer verletzt schleppte sich die Frau noch aus der Wohnung und rief um Hilfe, ehe sie im Stiegenhaus auf der Treppe zusammenbrach. Den alarmierten Gendarmen konnte sie noch das Wenige, das über den Vorfall jetzt bekannt ist, schildern. Sie wurde ins Krankenhaus Schwarzach gebracht und operiert und befindet sich laut Voggenberger nicht in Lebensgefahr. Sie liegt aber auf der Intensivstation ist derzeit nicht vernehmungsfähig.
Der mutmaßliche Täter kann oder will sich an nichts erinnern. Er wisse nur mehr, dass er mit der Pistole, für die er eine Waffenkarte hat, Trockentraining gemacht habe, weil er Schütze sei. Von einem Streit oder den Schüssen selbst wisse er aber gar nichts. Der Untersuchungsrichter verhängte noch in der Nacht die Untersuchungshaft, der Pensionist wurde am Tatort festgenommen. (apa)
