Freitag, 1. April 2005

USA-Reisenden droht Visumpflicht: Nun
will Österreich rasch neue Pässe einführen

  • Zurzeit noch keine Einigung zwischen EU und USA

Eine Visumpflicht für USA-Reisen ab 26. Oktober ist wahrscheinlicher geworden. Die USA wollen ab diesem Datum von allen Einreisenden, die kein digitales Foto in ihrem Pass haben, ein Visum verlangen. Die EU-Staaten sehen sich aber erst ab 26. August 2006 in der Lage, digitale Fotos in alle Pässe aufzunehmen.

Es sei "unwahrscheinlich", dass der US-Kongress einer von den Europäern verlangten Erstreckung der Frist um ein Jahr zustimmt, schrieb jetzt US-Senator James Sensenbrenner an EU-Kommission und EU-Ministerrat.

Derzeit keine Visumpflicht
Derzeit ist für 14 "alte" EU-Staaten, alle außer Griechenland, die maschinenlesbare Pässe haben, die Visumpflicht ausgesetzt. Von den zehn neuen Mitgliedsländern gilt nur für Slowenien Visumfreiheit. Diese Ausnahme soll aber nur mehr bis 25. Oktober gelten, außer es werden digitale Fotos in die Pässe eingeführt. Mit Befriedigung habe er erfahren, dass Österreich, Irland, Luxemburg, Slowenien und eventuell auch Deutschland und Italien rechtzeitig für die US-Frist mit der Produktion neuer Pässe beginnen, schreibt Sensenbrenner in seinem in Brüssel veröffentlichten Brief.

Neue Pässe
Johannes Rauch, Sprecher von Innenministerin Liese Prokop, will das aber nicht bestätigen. Österreich wolle die neuen Pässe "so schnell wie möglich" einführen und werde dabei unter den ersten EU-Staaten sein. "Auf Daten lassen wir uns nicht festlegen", ergänzt er jedoch.

Aufwendige Visumpflicht droht
Kommt es zu keiner Einigung zwischen EU und USA, droht allen USA-Reisenden aus der EU ab Herbst die aufwändige und teure Visumpflicht. (apa)

1.4.2005 17:15