Mittwoch, 30. März 2005

Sorge und Freude mit deutschen Gästen: Minus bei Nächtigungen, Plus bei Ausgaben

  • Sie kommen zwar seltener, aber geben mehr aus
  • Reisewillige suchen immer öfter nach Schnäppchen

Deutsche Gäste fahren seltener nach Österreich und bleiben kürzer, aber sie geben mehr Geld aus. Diese Entwicklung kleidete der Deutschland-Direktor der Österreich Werbung (ÖW), Klaus Stephan, in Zahlen: Die Zahl der Nächtigungen (50,9 Millionen) des Jahres 2004 ging um 3,5 Prozent zurück. Die Zahl der Ankünfte (10,2 Millionen) ging um 2,0 Prozent zurück.

Das Minus dieser Zahlen wird aufgewogen durch das Plus bei den Ausgaben, die deutsche Gäste 2004 in Österreich getätigt haben. Stephan zitiert Angaben der Deutschen Bundesbank, wonach die Deutschen 6,75 Mrd. Euro in Österreich ließen. Das sei mehr als in allen anderen ausländischen Reisezielen. Folglich hält Stephan allein die Wertschöpfung für ausschlaggebend und als eigentlichen Maßstab für die österreichische Tourismusindustrie.

Reisewilllige würden, so Stephan, sehr genau auf den Preis achten und nach "Schnäppchen" Ausschau halten. Deshalb bereite es Österreich Probleme, dass die deutschen Reiseveranstalter schon jetzt Schnäppchen-Angebote mit Mittelmeerzielen auf den Markt werfen.

Dennoch ist Stephan optimistisch: Die großen deutschen Reiseveranstalter registrierten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum "eine ausgesprochen befriedigende Buchungssituation beim Produkt Österreich". Die Buchungen liegen demnach im Durchschnitt fast im zweistelligen Plus. (apa)

30.3.2005 11:29