Preisschlacht am Handy-Markt verschäft sich: tele.ring legt bei Kundenzahlen zu
- Am 1. April soll neuer Diskont-Mobilfunkanbieter starten
- tele.ring: Der Start ist "rational nicht nachvollziehbar"
Der viertgrößte österreichische Mobilfunkanbieter tele.ring hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004 ein deutliches Wachstum bei Umsatz und Ergebnis erzielt und die Zahl der Handykunden um 43 Prozent auf 904.000 erhöht. Dem kolportierten Start eines weiteren Anbieters im Segment Diskont-Mobiltelefonie hält das Unternehmen einen neuen "Kampftarif" entgegen.
"Ein zusätzlicher Mitspieler würde den Wettbewerb am heimischen Markt weiter verschärfen. Aber egal wie viel echte oder virtuelle Mobilfunkanbieter noch starten, wir werden Preisführer bleiben", erklärte tele.ring-Chef Michael Krammer und spielte damit auf die für morgen geplante Pressekonferenz einer hundertprozentigen Tochter des Handybetreibers One an, bei der der Start eines Diskont-Mobilfunkanbieters bekannt gegeben werden soll. Er sehe keinen Platz für eine weitere Billig-Marke, "für mich ist das rational nicht nachvollziehbar", sagte Krammer. Es würden schließlich bereits sechs Unternehmen um die Gunst der Kunden kämpfen.
"Formel 10" ab 1. April
Ab 1. April soll das neue Modell "Formel 10" für "Einfachheit im Tarifdschungel" sorgen. "Mit österreichweiter Telefonie in alle Netze um 10 Cent pro Minute und ohne Grundgebühr sind wir deutlich billiger als der Mitbewerb. Das ist aber keine Reaktion auf den kolportierten neuen Mitbewerber, die Werbespots sind schon lange abgedreht", so Krammer.
Umsatz stieg um 47 Prozent
Der Umsatz von tele.ring stieg 2004 um 47 Prozent auf 479,4 Mio. Euro (Vorjahr: 326 Mio. Euro), das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) vervierfachte sich von 28,2 auf 121,2 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge beträgt 25,3 Prozent, der Net Profit nach US GAP wird mit rund 87 Mio. Euro beziffert. Die Kundenzahl stieg 2004 um 30 Prozent auf insgesamt 1,031.800 Kunden, davon sind rund 904.000 Mobilfunkkunden. Im Vertragskunden-Segment gab es ein Plus von 44 Prozent auf 710.560, bei Wertkartenkunden legte das Unternehmen um 39 Prozent auf 193.710 zu.
Heuer moderates Wachstum
Im Vergleich zum Gesamtmarkt mit einem Umsatzplus von maximal drei Prozent und einem nominellen Wachstum bei SIM-Karten von sechs bis sieben Prozent sei man damit "klarer Wachstumssieger". Krammer geht davon aus, dass sich die Wettbewerbssituation heuer weiter verschärft und rechnet mit einem eher moderaten, nicht so starken Wachstum wie in den Vorjahren. Umsatz- und Ergebnisprognosen wollte er nicht abgeben.
Marktanteil weiter gewachsen
Insgesamt baute tele.ring seinen Marktanteil von 8,7 Prozent im Jahr 2003 auf 11,4 Prozent im Vorjahr aus. Die Mitarbeiterzahl erhöhte sich um 10 Prozent auf 576, für heuer ist ein "sehr moderates Wachstum" geplant. Der Umsatz pro Mitarbeiter habe um 34 Prozent auf 832.300 Euro zugelegt und sei damit der höchste in der Branche.
Jeder Kunde bringt 40 Euro
Der durchschnittliche Umsatz pro Handykunde und Monat (ARPU) liegt konstant bei knapp über 40 Euro, wird aber mittelfristig sinken, erklärte der tele.ring-Chef. Ab 2006 erwarte er einen Turnaround durch die dritte Mobilfunktechnologie UMTS, mobiles Internet und einen Rückgang bei der Festnetztelefonie. Aktuell halte man bei einer UMTS-Flächendeckung von rund 38 Prozent, bis Jahresende werden 50 Prozent angestrebt. tele.ring setze vor allem auf "das wirkliche UMTS plus", die Folgetechnologie HSDPA. (apa/red)
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