Mittwoch, 30. März 2005

Microsoft-Fall zieht sich in die Länge: Untersuchungen dauern länger als erwartet

  • Reaktionen seien "noch nicht vollständig ausgewertet"
  • PLUS: Software-Riese akzeptiert die Auflagen der EU

Die Untersuchungen der EU-Kommission im Wettbewerbsfall Microsoft ziehen sich deutlich länger hin als zunächst erwartet. Von der Kommission angeforderte Reaktionen von Branchen-Konkurrenten und Händlern zu den EU-Sanktionen gegen Microsoft seien noch nicht vollständig ausgewertet worden, sagte eine Kommissionssprecherin in Brüssel. Ursprünglich sollten das bereits bis zum Monatsbeginn geschehen sein.

Die Sprecherin nahm keine Stellung zu Informationen, wonach Microsoft die von Brüssel verlangten Änderungen bei der Version des Windows-Betriebssystems ohne Mediaplayer nun hingenommen habe. Die Wettbewerbshüter hatten Zweifel darüber geäußert, dass Microsoft die entkoppelte Version ohne das Mediaplayer-Programm zum Abspielen von Musik und Videos gemäß den EU-Auflagen anbietet. Das abgespeckte Programm soll die Zusatzbezeichnung "N" tragen.

Im März 2004 hatte die EU-Kommission den Software-Konzern wegen Marktmissbrauchs mit einem Rekord-Bußgeld von 497,2 Mio. Euro bestraft und eine Reihe von Auflagen verfügt. Falls die Wettbewerbshüter zu dem Schluss kommen sollten, dass Microsoft die Auflagen nicht ausreichend erfüllt, könnten sie ein Zwangsgeld gegen Microsoft von bis zu fünf Prozent eines Tagesumsatzes verlangen. (apa)

30.3.2005 12:04