Mittwoch, 30. März 2005

Austro-Adel: Die Windsors und wir

Österreichs Blaublüter und ihr Verhältnis zu den Windsors: Wer was mit der Brit-Monarchie zu tun hat. Von Frederick Windsor bis Vincenz Liechtenstein.

Zwar darf die Austria-Öffentlichkeit runde drei Stunden lang via ORF an der eher bescheidenen Windsor-Trauung am 8. April teilnehmen, außen vor bleibt jedoch der Austro-Adel. Kein Mitglied ist zur Zeremonie geladen.

Enge Bande. Dabei sind die Beziehungen zwischen der Donaumonarchie-Aristokratie und dem britischen Herrscherhaus verwobener, als selbst Royal-Watcher auf dem ersten Blick vermuten. Schließlich sind Hunderte Österreicher in der britischen Thronfolge gelistet.

Unter anderem verweist Frau Margareta Lux, zweifache Mutter aus Klosterneuburg bei Wien, Blaublüter wie Ernst August von Hannover locker auf die Plätze.
Und niemand außer ein paar Erbfolge-Insidern weiß, dass der Lord of Kent, Sohn einer Österreicherin, im engsten Thronfolgezirkel der Windsors steht. Seine Vita begann wie vormals viele: „Tu, felix Austria …“

Lord Frederick Windsor
Austro-Spross an der Spitze der Thronfolge

Am 30. Juni 1978, einem heißen Sommertag, führte ein britischer Prinz im Wiener Rathaus vor, dass sich Liebe als nobelstes der Gefühle über alle Konventionen hinwegsetzen darf. Prinz Michael von Kent erhob die im tschechischen Karlsbad geborene Baronesse Marie-Christine von Reibnitz, nunmehr Österreicherin, durch die standesamtliche Vermählung zur „Königlichen Hoheit“ des britischen Reiches, einer Prinzessin von Großbritannien und Irland. Er selbst schloss sich durch die Ehe von der Thronfolge aus. Für britische Monarchisten ist die Heirat mit einer „Anhängerin des Papstes“ nicht vereinbar mit der Position des Regenten, der gleichzeitig das Oberhaupt der anglikanischen Kirche darstellt. Erst 1983 wurde die erste Ehe annulliert, und das umstrittene königliche Paar schenkte sich das Sakrament der Ehe.

Sohn Frederick, Lord des Hauses Windsor, sicherte mit seiner Geburt am 6. April 1979 den dynastischen Fortbestand. Grund: Die Eltern haben sich verpflichtet, ihren Spross den Glaubensverpflichtungen der anglikanischen Kirche zu unterwerfen. Frei nach dem Motto „Tu felix Austria …“ heißt selbiges im Klartext: Das Kind einer Österreicherin, die ins Haus Windsor eingeheiratet hat, befindet sich
im innersten Zirkel der Queen-Thronfolger. Pate für den Windsor-Spross, Freizeitmodel für Burberry, der in der britischen Thronfolge schon auf Nummer 31 rangiert, stand ein wohlbekanntes Gesicht des österreichischen Hochadels …

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PLUS: Die Austro-Thronfolger: Österreichisches Blut für die Queen-Nachfolge

30.3.2005 17:03