Alpen-Safe: Geldparadies Österreich

Deutschlands Sparer flüchten vor Online-Zugriff der Behörden und parken Milliarden um.
Milliarden-Transfer: Warum vermögende Deutsche die heimischen Banken regelrecht stürmen.
D ie deutschen Sparer kochen vor Wut. Ab 1. April können gleich mehrere Behörden des Landes sämtliche Konten online ausspähen. Nicht nur Finanzämter, sondern auch Wohnungs- und Sozialämter oder Arbeitsagenturen dürfen künftig ohne jeden begründeten Verdacht in die finanzielle Intimsphäre der Bürger eindringen. Auf Knopfdruck erfragt werden kann etwa, wer auf das Konto Zugriff hat, wann es eröffnet wurde oder wie viele Konten auf einen Namen lauten. Die viel sagende rechtliche Basis für die Aktion gläserne Konten: Das Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit.
Die österreichischen Banker reiben sich derweil schon einmal die Hände. Denn so viel ist sicher: Die Attacke der deutschen Behörden auf die Sparer wird noch mehr deutsche Milliarden nach Österreich treiben.
Laut einer Schätzung von Dieter Ondracek, Präsident der Europäischen Steuerbeamten und Boss der deutschen Steuergewerkschaft, ist bereits deutsches Kapital im Volumen von rund 50 Milliarden Euro in Österreich gebunkert, vor allem in Instituten in Westösterreich. Der wichtigste Grund für die massiven Kapitaltransfers: das im Vergleich zu Deutschland schon bislang bombensichere Bankgeheimnis in Österreich, das sogar in der Verfassung verankert ist. Ob die Zinserträge aus diesen Mitteln in Deutschland ordnungsgemäß versteuert werden oder nicht, entzieht sich der Kenntnis der österreichischen Banken.
Die verschärfte Fahndung der deutschen Behörden sollte nun noch einmal für einen ordentlichen Geldzuwachs sorgen. Wolfgang Schweißgut von der Raiffeisenbank Jungholz im Kleinwalsertal: Angesichts der stark steigenden Tendenz bei den Informationsgesprächen erwarte ich einen Sprung beim Neugeschäft.
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