Donnerstag, 14. April 2005

Rainier von Monaco gestorben! Fürst
erliegt Folgen einer Lungenentzündung

  • Monarch wird am 15. April neben Grace Kelly beigesetzt
  • Das Porträt: Seit 1949 regierte der "unechte" Grimaldi

Europas dienstältester Monarch ist tot: Rainier III. von Monaco starb am Mittwoch um 6.35 Uhr in der Herz-Lungen-Klinik seines Fürstentums. Der 81-Jährige erholte sich nicht mehr von einer schweren Lungenentzündung, wegen der er seit dem 7. März im Krankenhaus gelegen hatte. Seine Nachfolge tritt der 47-jährige Prinz Albert an, der die Amtsgeschäfte bereits vor einer Woche übernommen hatte. Fürst Rainier wird am 15. April beigesetzt werden.

Staats- und Regierungschefs würdigten die Leistung Rainiers, der Monaco in den 55 Jahren seiner Regentschaft zum internationalen Finanzzentrum und Touristenmagneten ausgebaut hatte.

Rainier III. hinterlässt drei Kinder aus seiner Ehe mit der Hollywood-Legende Grace Kelly sowie sieben Enkelkinder. Seine Frau überlebte er um mehr als zwei Jahrzehnte: Fürstin Gracia Patricia war am 14. September 1982 bei einem Autounfall in der Nähe von Monaco ums Leben gekommen. Von diesem Schlag erholte sich Rainier nie. Der künftige Fürst Albert II. ist unverheiratet und kinderlos. Prinzessin Caroline ist in dritter Ehe mit dem deutschen Prinzen Ernst-August von Hannover verheiratet. Sie hat insgesamt vier Kinder, darunter der nächste männliche Thronanwärter, der 20-jährige Prinz Andrea Albert Pierre.

Letzte Ruhestätte neben seiner Frau Grace Kelly
Der verstorbene Fürst Rainier von Monaco soll nächste Woche am Freitag neben dem Grab seiner Frau Grace Kelly bestattet werden. Er werde seine letzte Ruhe wie von ihm gewünscht in der Krypta der Kathedrale von Monaco finden, hieß es am Donnerstag aus dem Fürstentum. Dort ist bereits seine letzte Frau - die US-Schauspielerin Grace Kelly und spätere Fürstin Gracia Patricia - begraben, die 1982 bei einem Autounfall ums Leben kam. Zu den Trauerfeierlichkeiten für Rainier am 15. April werden zahlreiche Staatsoberhäupter und Monarchen erwartet.

Leichnam ab Montag aufgebahrt
Der Leichnam Rainiers III. dürfte nach Angaben aus dem Fürstenhaus ab Montag in der Palastkapelle von Monaco aufgebahrt werden, damit nach der Familie auch die Bevölkerung Abschied von dem Fürsten nehmen könne. Mit der Ende nächster Woche erwarteten Beisetzung dürfte sich die Sorge des britischen Thronfolgers Charles zerstreuen, er müsse seine Hochzeit mit Camilla Parker Bowles erneut verschieben. Die Feier in Windsor war bereits um einen Tag verschoben worden, damit Charles an der Bestattung von Papst Johannes Paul II. teilnehmen kann.

"Seine Durchlauchtigste Hoheit Rainier III. ist an den Folgen der Bronchien- und Lungenentzündung sowie der Herz- und Nierenprobleme gestorben, die am 7. März seine Einlieferung ins Krankenhaus erforderlich machten", erklärte das monegassische Fürstenhaus. Seit dem 22. März hatte Rainier auf der Intensivstation gelegen. Der Kronrat hatte die Übertragung der Amtsgeschäfte auf den künftigen Albert II. damit begründet, dass Rainier seine Aufgaben als Souverän des Fürstentums an der Cote d'Azur nicht mehr wahrnehmen konnte.

Casinos geschlossen
Wegen des Todes von Fürst Rainier III. sind das weltberühmte Casino von Monte-Carlo und die drei anderen Spielstätten im Zwergstaat am Mittwoch geschlossen geblieben. Es handle sich um ein "Zeichen der Trauer und des Respekts" gegenüber dem verstorbenen Staatsoberhaupt, erklärte die monegassische Betreibergesellschaft Societe des Bains de Mer (SBM). Auch am Tag der Beisetzung sollten die Casinos geschlossen bleiben.

Weltweite Trauer
"Es ist die Stunde des Schmerzes", erklärte Staatsminister Patrick Leclerq, der Regierungschef von Monaco. "Jeder hier fühlt sich als Waise, so sehr hat er das Fürstentum geprägt." Rainier hatte Monaco von einem weitgehend unbekannten Kleinstaat in ein florierendes Steuerparadies verwandelt, das jährlich Millionen Touristen anlockt.

Für die Schutzmacht Frankreich drückte Staatspräsident Jacques Chirac dem Thronfolger seine "Emotion und große Trauer" aus. Rainier sei in seinem Fürstentum "einhellig respektiert und sehr geliebt" worden. Wie in Monaco wurde an Frankreichs öffentlichen Gebäuden Halbmastbeflaggung angeordnet.

Die britische Königin Elizabeth II. zeigte sich "traurig" und erklärte dem Kronprinzen und der Grimaldi-Familie in einer "privaten Botschaft" ihr "aufrichtiges Beileid". Nach dem Tod von Rainier III. ist Elizabeth II. nunmehr die dienstälteste Monarchin Europas: Der Fürst hatte die Regentschaft in seinem Fürstentum an der südfranzösischen Riviera 1949 übernommen, die Queen herrscht seit 1952.

Bundespräsident Heinz Fischer schickte ein Kondolenzschreiben. "Seine besondere Herzlichkeit und seine herausragenden menschlichen Qualitäten haben ihm die Zuneigung aller Bürger Monacos gebracht, die ihn mit Hochachtung und Liebe in Erinnerung behalten werden", würdigte Fischer den Verstorbenen. In der Wiener Vertretung des Fürstentums (Generalkonsulat Karl-Lueger-Ring 12 in der Wiener Innenstadt) wird am 11. und 12. April von 9.00 bis 18.00 Uhr ein Kondolenzbuch aufgelegt. Das teilte der Vertreter des Landes, Christian Dorda, am Mittwoch in einer Aussendung mit.

Rainier seit Jahren krank
Rainiers Gesundheit war seit Jahren angeschlagen. Zuletzt musste er wegen Nierenversagens an ein Dialyse-Gerät angeschlossen werden. Außerdem wurde er künstlich beatmet. Seine Kinder hatten Rainier regelmäßig am Krankenbett besucht. Nach Informationen der Illustrierten "Neue Revue" war die 40-jährige Stephanie als einziges der Kinder bei Rainier, als er starb. (apa/red)

14.4.2005 18:02