Dienstag, 5. April 2005

Ist Jackson jetzt endgültig zum Heulen zumute? - Zeuge belastet Michael schwer

  • Früherer Kläger untermauert die Missbrauchsvorwürfe
  • DURCHKLICKEN: BILDER vom King of Pop vor Gericht

Der Sohn einer früheren Mitarbeiterin von Michael Jackson hat vor Gericht ausgesagt, der Popstar habe ihn vor 15 Jahren an den Genitalien berührt. Der 46-jährige Jackson habe ihn gekitzelt und ihm dabei von unten in die Shorts gefasst, sagte der heute 24-jährige Zeuge am Montag dem Gericht in Santa Maria, das in einem anderen Fall gegen Jackson verhandelt. Die Staatsanwaltschaft hatte den Zeugen vorgeladen, um die Glaubwürdigkeit der aktuellen Kindesmissbrauchsvorwürfe gegen den Sänger zu untermauern.

Der 24-Jährige ist einer von zwei Jugendlichen, die bereits Anfang der 90er Jahre Zivilklage gegen den "King of Pop" erhoben. Beide Verfahren wurden eingestellt, nachdem Jackson den Familien mehrere Millionen Dollar gezahlt hatte.

Seine Aussage am Montag trug der Zeuge zögernd und stockend vor. Mehrmals bat er unter Tränen um Pausen, als er die Vorfälle schilderte. Er habe fünf Jahre lang psychologische Beratung gebraucht, um über den Vorfall hinwegzukommen, sagte der 24-Jährige. Nach seiner Erinnerung habe die Berührung zwei bis drei Minuten gedauert, und er habe sich damals gesagt: "Ich sollte wohl besser gehen."

In zwei früheren Fällen habe Jackson beim Kitzeln über der Hose seinen Genitalbereich berührt, damals sei er aber erst sieben Jahre alt gewesen und habe nicht gewusst, was er davon halten sollte. Der junge Mann sagte auch aus, dass ihm Jackson direkt nach den mutmaßlichen Vorfällen 100-Dollar-Scheine zugesteckt habe, damit er Stillschweigen bewahre.

Der Fall des jungen Mannes ist der erste von fünf Fällen angeblicher sexueller Belästigung aus der Vergangenheit, die in dem Prozess zur Sprache gebracht werden sollen. Er ist der einzige, der direkt als Zeuge auftritt. In den anderen Fällen bestreiten die betroffenen Jugendlichen teilweise, Opfer von Missbrauch geworden zu sein. Frühere Angestellte auf Jacksons Neverland-Ranch wollen jedoch unangemessene Gesten und Berührungen des Popstars beobachtet haben, die sie vor Gericht schildern werden.

Herber Schlag für Jackson durch "radioaktive" Aussage
Juristen schätzten die Aussagen des 24-Jährigen als herben Schlag für Jackson ein. Der Zeuge sei "sehr überzeugend gewesen, verheerend für die Niederlage", urteilte der Rechtsexperte Jim Moret. Sein Kollege Jim Hammer stufte die Zeugenaussage als "radioaktiv" ein.

Zuvor hatte im Prozess der ehemalige Hausmeister von Jacksons Neverland Ranch dem Gericht berichtet, er habe im Jahr 2003 drei Jugendliche beobachtet, die frühmorgens betrunken aus dem Weinkeller des Anwesens gekommen seien. Jackson sei mit ihnen dort gewesen.

Jackson ist in dem Verfahren angeklagt, vor zwei Jahren einen damals 13-jährigen krebskranken Buben auf seiner Ranch mit Alkohol gefügig gemacht und sexuell missbraucht haben. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft. Der Popstar weist alle Vorwürfe zurück.
(apa/red)

5.4.2005 10:33

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