Sonntag, 10. April 2005

"Offene Punkte" bei E-Card: Ärzte legen den geplanten Roll-out vorerst auf Eis

  • Bestellung von Leitungen und Software wird abgeraten
  • Die Einführung soll dennoch im November stattfinden

Die Bundeskurie der niedergelassenen Ärzte hat einen "vorläufigen Stopp" des Roll-out der E-Card verfügt. Den Ärzten wird derzeit von Bestellungen von Leitungen oder Software, für die Verwendung der Chipkarte abgeraten, weil es "mehrere offene Punkte" gebe. Für kommenden Dienstag ist allerdings ein Gespräch mit dem Hauptverband angesetzt, bei dem diese geklärt werden sollen. Der Zeitplan für die österreichweiter Einführung der E-Card bis Ende November sei dadurch "nicht gefährdet", so der Sprecher der Ärztekammer, Martin Stickler.

Die niedergelassenen Ärzte betonen, "dass man sich sehr wohl zum Projekt der E-Card bekenne" allerdings "auf Grund mehrere offener Punkte ein vorläufiger Stopp zu verfügen war". Probleme gebe es mit EDV-Firmen und Providern, "die auf Grund des vorgegebenen Roll-out-Plans einen Zeitdruck suggerieren und für zusätzliche - nicht notwendige Softwarekomponenten wie die Anbindung der Ärztesoftware an das System - Teils überhöhte Preise lukrieren wollen", heißt es in einer Presseinformation.

"Wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind, wird der Roll-out weitergehen", so Stickler. Von den Gesprächen mit dem Hauptverband erwarte man sich Rahmenvereinbarungen etwa mit den beiden Leitungsanbietern UTA und Telekom.

Seit Anfang März läuft im Nordburgenland ein Testbetrieb mit rund 80 Ordinationen und Ambulatorien sowie etwa 100.000 Versicherten - grosso modo ohne Probleme. Laut Zeitplan soll ab Ende Mai mit der österreichweiten Karten-Ausgabe begonnen werden und die Ordinationen angeschlossen werden. Bis Ende November soll der Roll-out abgeschlossen sein. Der bundesweite Einsatz der E-Card und das endgültige Aus für den Krankenscheins ist für 1. Jänner 2006 vorgesehen. (apa)

10.4.2005 11:26