Freitag, 1. April 2005

Wiener, Tiroler und Niederösterreicher dürfen sich freuen: Strom wird billiger

  • Stromnetztarife wurden um 6 bis 10 Prozent gesenkt
  • Trotz Netzpreissenkung: Strom im "Ländle" wurde teurer

In Wien, Niederösterreich, Tirol und Vorarlberg wurden mit Freitag die Stromnetztarife um 6 bis 10 Prozent gesenkt. Grundlage dafür ist ein Beschluss der E-Control-Kommission vom 29. März. Die entsprechende Verordnung trat per 1. April in Kraft. Für die Kunden wurde der Strom dadurch auch insgesamt billiger. Die Ausnahme bildet Vorarlberg, wo eine Strompreiserhöhung die Netztarifsenkung "auffrisst".

"Bereits mit Februar diesen Jahres wurden die Netztarife in Salzburg, Kärnten und dem Burgenland gesenkt", so der Geschäftsführer der Energie-Control GmbH, Walter Boltz, am Donnerstag in einer Aussendung: "Nach Abschluss der aktuellen Verfahren fehlen somit nur noch Steiermark und Oberösterreich, um die Netztarifanpassungen für ganz Österreich komplettieren zu können. Und das mit jeweils durchaus erfreulichen Ergebnissen für die Konsumenten." Seit Beginn der Netztarifprüfungen durch die E-Control im Jahre 2001 sei es damit zu Netztarifsenkungen in Österreich im Ausmaß von rund 350 Mio. Euro gekommen.

Wien: Tarifsenkung wird zur Gänze an Kunden weitergegeben
In Wien wird die Netztarifsenkung um durchschnittlich 9,5 Prozent (rund 30 Mio. Euro) von der Wien Energie-Tochter Wienstrom zur Gänze an die Kunden weitergegeben, wurde von dem Unternehmen in einer Aussendung betont. Daraus ergebe sich eine Senkung der Jahresgesamtstromkosten für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden (kWh) um 17,49 Euro (minus 3,18 Prozent). Für einen Gewerbekunden mit einem Jahresverbrauch von 30.000 kWh betrage die Ersparnis 150,30 Euro (minus 3,67 Prozent).

Tiroler Tiwag verliert 9 Mio. Euro an Erlösmasse
Die Tiroler Tiwag verliert durch die Netzpreissenkung im Ausmaß von 8,0 Prozent zirka 9 Mio. Euro an Erlösmasse, davon werden mehr als zwei Drittel bei den Stromkunden ankommen, hieß es bereits Anfang März auf APA-Anfrage. Belastet werden die rund 170.000 Kunden nämlich mit einem neuen Grundpreis beim Netz in Höhe von 12 Euro pro Jahr, in Summe etwa 1,8 Mio. Euro. Eine weitere Mio. Euro wird beim FairPlus-Produkt auf den Energiepreis draufgeschlagen.

Niederösterreicher ersparen sich durchschnittlich 20 Euro im Jahr
Die EVN AG wird die Netzpreissenkung von im Schnitt 8,5 Prozent zur Gänze an ihre Kunden weitergeben. Für einen NÖ Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 kWh wird Strom damit rund 20 Euro/Jahr billiger.

Strom in Vorarlberg wird teurer
Die Vorarlberger Kraftwerke AG (VKW) hat ihre Strompreise für Haushalte und Geschäftskunden per 1. April so stark nach oben angepasst, dass die Verbraucher trotz der 9,6-prozentigen Netzpreissenkung unterm Strich nun sogar mehr zahlen müssen. Jedoch bleiben die Strompreise im "Ländle" weiter die günstigsten in Österreich. Konkret erhöhen sich die Gesamtpreise im Schnitt um 1,5 Prozent. Für einen Haushalt mit 5.000 kWh betragen die Mehrkosten rund 80 Cent im Monat.

"Unser Einsatz für eine Entlastung der Stromkunden hat sich gelohnt", freute sich Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl in einer Aussendung. Die Senkung bringe den Endkunden eine weitere Entlastung von ca. 70 Mio. Euro. Auch die Industriellenvereinigung (IV) begrüßte die Netztarifsenkung, bemängelte aber gleichzeitig, dass die Überprüfung in den "industriellen Kernländern" Steiermark und Oberösterreich noch ausständig sei. (apa)

1.4.2005 11:56