Mittwoch, 30. März 2005

Steigende Großhandelspreis in Mittel-Europa erwartet: Staat freut sich

  • Wird Privathaushalten aber nicht weiter betreffen

Weiter steigende Großhandelspreise für elektrische Energie in Mitteleuropa erwartet das Beratungsunternehmen A.T. Kearny. Auf der Stromrechnung der österreichischen Haushalte dürfte sich dies aber kaum niederschlagen, da mit einer weiteren Senkung der Netztarife zu rechnen sei. Damit könnten die Effekte der zu erwartenden höheren Energiepreise weitgehend kompensiert werden.

Die Industriekunden müssten dagegen mit weiter steigenden Preisen rechnen, sagte Florian Haslauer von A.T. Kearny Österreich am Mittwoch bei der Präsentation einer Studie zu Strommarktliberalisierung. Gewinner der Strommarktöffnung sei eindeutig der Finanzminister, der Liberalisierungeffekt für Kleinkunden sei von Steuern und Abgaben aufgefressen worden.

Seit Beginn der Liberalisierung hätten die österreichischen Energieversorger durch Produktivitätssteigerungen, Allianzen und Fusionen rund 900 Millionen Euro an Kosten pro Jahr eingespart, davon entfielen 500 Mio. Euro auf den Abbau von 5.500 Arbeitsplätzen, 210 Mio. Euro auf die Verringerung von Pensionskosten und 190 Mio. Euro auf die Verringerung der Abschreibungen.

Als Preissenkungen weitergegeben wurden rund 700 Mio. Euro, am wenigsten davon profitiert haben die Kunden, vor allem die Kleinkunden. Der Staat habe rund 390 Mio. Euro an zusätzlichen Steuern und Abgaben kassiert. Lag die Energieabgabe (samt anteiliger Umsatzsteuer für alle Energieträger) im Zeitraum 1996 bis 1999 noch bei rund 395 Mio. Euro, so waren es 2000 bis 2003 bereits rund 785 Mio. Euro und ab 2004 rund 950 Mio. Euro.

Bei Haushalts- und Gewerbekunden seien von den Kostensenkungen der Energieversorgungsunternehmen (EVU) lediglich 80 Mio. Euro angekommen, bei den Industriekunden 200 Mio. Euro.(apa)

30.3.2005 14:18