Dienstag, 29. März 2005

Immer mehr Insolvenzen in Österreich: Täglich gehen mehr als 20 Firmen pleite

  • Starker Anstieg im ersten Quartal bei Privatkonkursen
  • Jugendliche: Handy Einstieg in die Schuldnerkarriere

Eine Erholung bei den Firmenpleiten und Privatkonkursen in Österreich ist derzeit nicht in Sicht. Bei den Unternehmensinsolvenzen sei heuer mit keiner Verbesserung zu rechnen, die Privatkonkurse würden auf Grund der schwachen Konjunktur und der angespannten Lage am Arbeitsmarkt weiter ansteigen, so die aktuelle Trendanalyse der Creditreform Österreich.

Die Insolvenzstatistik für das 1. Quartal lasse für das Gesamtjahr 2005 nichts Gutes ahnen, so die Österreich-Tochter der größten europäischen Gläubigerschutzorganisation Creditreform weiter. Im ersten Quartal 2005 gingen täglich mehr als 20 Firmen pleite. Die Zahl der Gesamtinsolvenzen (Firmen und Private) nahm im Jahresvergleich um 7,7 Prozent oder um 247 Fälle auf 3.204 Pleiten zu.

Beachtenswert sei, dass die Privatkonkurse enorm gestiegen sind und zwar um zwölf Prozent auf 1.600 zahlungsunfähige Privatpersonen. Wirtschaftsflaute, Rekordarbeitslosigkeit und Schuldenfallen wie das Handy und Online-Shopping seien unter anderem dafür verantwortlich. Für Jugendliche erweise sich vor allem das Handy immer mehr als Einstieg in die Schuldnerkarriere.

Der Trend zur Ver- und Überschuldung der österreichischen Haushalte verstärke sich somit besorgniserregend. Dies zeige sich auch an den mangels Masse abgewiesenen Konkursanträgen. Diese für Gläubiger besonders negativen Verfahren explodieren bei den Privatkonkursen um 36 Prozent auf 358 abgewiesene Konkursanträge.

Bei der absoluten Zahl an Unternehmensinsolvenzen liegt Wien (431) vor Niederösterreich (255) und Oberösterreich (235) unangefochten auf Platz eins. Dass bei mehr als der Hälfte der Insolvenzen in ganz Österreich der Konkursantrag mangels Masse abgewiesen werden musste, lässt den Schluss zu, dass in so manchem Fall ein Tatverdacht der betrügerischen Krida vorliege und somit der Akt vom Konkurs- zum Strafrichter wandern könnte.
(apa)

29.3.2005 14:51