Helge Payer ist Österreichs Nummer eins: Klasse-Goalie rettet die Siege gegen Wales
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Als Helge Payer im Alter von sechs Jahren beschloss, was er einmal werden möchte, wenn er groß ist, gab es nur einen Wunsch: Tormann des SK Rapid und der österreichischen Nationalmannschaft. Fast zwanzig Jahre später hat sich beides erfüllt, eine neue Karriere-Planung des 25-Jährigen steht auch bereits. "Mein Traum ist, die Nummer eins beim FC Barcelona zu werden und dafür werde ich arbeiten", erklärte der Held der beiden Wales-Partien am Tag nach dem 1:0-Sieg gegenüber der APA.
"Helge Payer ist Österreichs Nummer eins", ist seit Jahren einer der größten Hits in St. Hanappi. Spätestens seit dem Match gegen Wales rangiert der Choral auch im Happel-Stadion bei Länderspielen auf der Song-Liste der rot-weiß-roten Fans ganz weit oben. Die Frage des 'man of the match' stellte sich im Prater nicht, die Antwort gab ein Mann mit Glanzparaden zwischen den Pfosten. "Er hat uns gerettet und im Spiel gehalten", gestand Teamchef Hans Krankl, um später den Match-Winner sogar abzubussln.
Sein Gegenüber John Toshack sprach auf der Pressekonferenz gar vom wichtigsten Mann beiden Partien und gestand, dass der Torhüter den Unterschied ausmachte. Während auf der einen Seite Burnley-Ersatztorhüter Danny Coyne beim Siegestreffer von Rene Aufhauser eine tragisch-komische Figur machte (übrigens im selben Tor in dem auch der inzwischen ausgebootete England-Keeper David James fürchterlich gepatzt hatte), stand im anderen Kasten ein unüberwindbares Hindernis.
"Panther von Cardiff" und "Prince of Wales"
Nach 1:55 Minuten lieferte der Schlussmann seine erste von vier Helden-Taten und war damit warmgeschossen. "Wichtig war der erste Ball, dann kam die Sicherheit", gestand der gebürtige Welser, der nach seiner Prachtpartie im Millennium Stadium nun endgültig zum "Prince of Wales" wurde. "Am Schwierigsten war die Situation als Bellamy alleine vor mir auftauchte. Aber da bin ich lang stehen geblieben und habe mich nicht niedergelegt."
Ausgerechnet Rene Aufhauser hatte den verhängnisvollen Rückpass gespielt, kein Wunder, dass der Steirer nach dem Abpfiff zum Oberösterreicher eilte. Dank Payer war Aufhauser die Buhmann-Rolle erspart geblieben, er wurde sogar zum Schützen des Treffers, der Österreichs kleine WM-Hoffnung am Leben hielt.
"Straftraining" nach Europaklasseleistung
Am Tag danach wartete für Payer dennoch ein "Straftraining" in Wien-Hütteldorf. "Er kann sich anhalten", erklärte Rapid-Tormanntrainer Herbert "Funki" Feurer in seiner typischen Art. Später fand der ehemalige Teamkeeper und Betreuer der Torhüter im ÖFB-Team aber doch ernst gemeinte Worte: "Er erntet jetzt die Früchte für seine lange, harte Arbeit. Ich kenne ihn seit er 15 ist und schon damals hat man gesehen, dass er außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt."
Über die Stationen Eintracht Wels, Rapid-Nachwuchs und ASK Kottingbrunn landete Payer im Sommer 2001 wieder bei Grün-Weiß. Lothar Matthäus wollte einst nach dem wenig berauschenden Europacup-Debüt von Payer gegen Paris SG einen routinierten Torhüter verpflichten, doch zum Glück für Rapid und Österreich kam es nicht dazu. Gemeinsam mit Ladislav Maier und Jürgen Macho pushte sich Payer zu Höchstform auf. Der jüngste Beweis wurde den Star-Stürmern Ryan Giggs und Craig Bellamy schmerzlich vor Augen geführt. (apa/red)
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