Dienstag, 29. März 2005

Revanche die für Schlappe von Cardiff: Wales-Coach Toshack will überraschen

  • "Werden eine andere Aufstellung und Taktik probieren"
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Der walisische Fußball-Teamchef John Toshack hat vor dem WM-Qualifikationsspiel der Gruppe sechs gegen Österreich am Mittwoch (ab 20:30 Uhr LIVE auf networld.at!) im Wiener Happel-Stadion Zuversicht und Gelassenheit demonstriert. Trotz der 0:2-Heimniederlage am vergangenen Samstag berichtete der 56-Jährige von einer "sehr guten Stimmung" in seiner Mannschaft und kündigte an, mit einer "anderen Aufstellung und Taktik" antreten zu wollen.

Außer Celtic Glasgow-Stürmer John Hartson, der laut Toshack bereits vor dem ersten Österreich-Spiel an einer Knöchelverletzung laboriert hatte und für das zweite Duell fraglich erscheint, stehen dem ehemaligen Real Madrid-Coach alle Spieler zur Verfügung.

Manchester United-Star Ryan Giggs, der Wales in Cardiff in seinem 50. Länderspiel als Kapitän aufs Spielfeld geführt hatte, gab sich ebenfalls optimistisch: "Wir können besser spielen und haben eine gute Chance, die Schlappe wieder gut machen." Der 31-jährige Routinier, der bereits im Alter von 17 Jahren sein Team-Debüt gab, verfolgt noch immer sein erklärtes höchstes Ziel, Wales erstmals seit 1958 zu einem großen Turnier zu führen: "Die Chance auf die WM 2006 ist so gut wie dahin, jetzt müssen wir auf die EM 2008 in Österreich und der Schweiz hinarbeiten. Am Mittwoch haben wir dennoch eine gute Chance, obwohl die Österreicher natürlich mit viel Selbstvertrauen agieren werden."

"Tosh" hat Probleme in seinem Land
Seinem auf Grund der bisher schlechten Resultate und der Nichtnominierung von Blackburn-Mittelfeldspieler Robbie Savage für die Österreich-Partien in die Kritik geratenen Teamchef stärkte Giggs den Rücken: "John Toshack bringt viel Erfahrung mit und hat wie jeder Trainer seine eigenen Vorstellungen. Er hat selbst auf höchstem Level gespielt und als Coach bei Real Sociedad und Real Madrid mit sehr guten Spielern gearbeitet. Zu Nominierungen und Nichtnominierungen von bestimmten Personen steht mir kein Kommentar zu." Toshack selbst sieht gerade in seinem langen Auslandsaufenthalt ein Problem: "Das klingt zwar komisch, aber nach so langer Zeit heimzukommen, ist wie in einem anderen Land zu beginnen."

Was dem streitbaren Waliser die meisten Sorgen bereitet, sind die letzten zehn Spielminuten: "Wir haben schon gegen Nordirland und Polen in der Schlussphase kapitale Fehler gemacht und auch gegen Österreich war die Partie bis zur 80. Minute auf Messers Schneide. Wenn es am Samstag noch zehn Minuten länger gegangen wäre, hätten wir wahrscheinlich noch zwei Tore bekommen." Hauptverantwortlich für die vergeben Chancen seiner Mannschaft war laut Toshack ÖFB-Torhüter Helge Payer: "Er hat wirklich hervorragend gehalten."

Um die Zukunft seines Teams macht er sich keine Sorgen: "Manchmal ist es besser, einen Schritt zurück zu gehen, um dann erfolgreich zu sein. Man muss an die Zukunft denken, der Torschütze der Österreicher (Vastic/Anm.) ist ja immerhin schon 36. Andererseits legen die Chinesen erst mit 75 Jahren los, schauen Sie sich nur Mao Tsetung an." (apa/red)

29.3.2005 16:00