Ticket nach Deutschland: Frankreich und Schweden müssen um WM-Start bangen
- Niederlande und Tschechien halten sich souverän
- Ukraine nach Sieg über Dänemark weiter auf WM-Kurs
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Mehr Spiele (21:17), aber weniger Tore (46:57) gegenüber Karsamstag, weiterhin 13 von 51 Ländern mit weißer Weste, nur zwei von acht Gruppen-Leader gestürzt, eine Zuspitzung im Wettlauf um die 13 WM-Tickets, die in der Europa-Qualifikation (Deutschland als Veranstalter fix) vergeben werden, und dazu einen erfreulicher Touch aus Österreich mit dem glücklichen 1:0 gegen Wales - der Abschluss der ersten Doppel-Runde des Jahres hatte viel zu bieten.
Ein Kurzresümee über die Höhepunkte des Auftakts zum zweiten Teil der Ausscheidung: Andrej Woronin lässt die Ukraine, die in sieben Spielen bisher die meisten Punkte (17) aller Teams gesammelt hat, 14 Jahre nach ihrer Unabhängigkeit vom größten Fußball-Erfolg ihrer Geschichte träumen. Angelos Charisteas hält Europameister Griechenland, der nur schwer aus den Quali-Startlöchern kam, im Rennen. Und in Frankreich und Dänemark, in zwei Länder mit Titel-Vergangenheit, geht schon jetzt die Angst vor einem vorzeitigen Scheitern um.
Mit seinem Goldtor zum 1:0 gegen die Dänen brachte Woronin die Truppe Oleg Blochins der ersten WM-Teilnahme ganz nahe. "Der neue Präsident Viktor Juschtschenko ist ein Glücksbringer. Nun können wir mit Fug und Recht auf Deutschland hoffen", schrieb die Kiewer Sportzeitung "Champion" über den Spitzenreiter des Pools zwei. Der Politiker hatte das Match im Olympia-Stadion der Hauptstadt nicht wie sein Vorgänger von der VIP-Loge aus, sondern von einem gewöhnlichen Sitz und unter freiem Himmel verfolgt.
Blochin lässt Ukraine von der WM träumen
Blochin, ein Mann mit Österreich-Vergangenheit, steigt trotz des Höhenfluges auf die Bremse. "Wir müssen bis zur WM noch eine lange Zeit durchstehen. Die wirklich harte Arbeit steht uns noch bevor", meinte "Europas Fußballer des Jahres 1975", der Mitte März sein Amt als Teamchef wegen Überschneidungen mit seinem Abgeordneten-Mandat im Parlament schon niedergelegt hatte. Der ukrainische Verband nahm die Demission jedoch nicht an. Das Märchen erfuhr dadurch noch ein zusätzliches Kapitel.
Durch die Niederlage sind die Chancen der nunmehr viertplatzierten Dänen, die fünf Punkte Rückstand auf den Zweiten aufweisen, fast schon auf den Nullpunkt gesunken. Nach dem vergeblichen Anrennen stellte die Zeitung "Berlingske Tidende" die Frage: "Ist das genug, um weiter von der WM träumen zu können? Die Antwort ist nein!" Verteidiger Thomas Helveg klammert sich freilich dennoch an einen Strohhalm. "Wir müssen nun alles versuchen, um wenigsten Zweiter unserer Gruppe zu werden."
Griechen bleiben Ukraine auf den Fersen
Erster Ukraine-Verfolger sind nach wie vor die Griechen, die sich in Piräus für das 1:2 in Tirana mit dem 2:0 an Albanien erfolgreich revanchierten. "Es ist wichtig, dass wir weiter im Rennen sind", sagte der zufriedene hellenische Teamchef Otto Rehhagel nach dem vierten Drei-Punkter in Serie, den EM-Held Charisteas mit seinen spektakulären Kopfballtor vor 33.000 begeisterten Zuschauern zum 1:0 eingeleitet hatte.
Frankreich kommt nicht in Form
Wie in Dänemark machen sich auch in Frankreich (Gr. 4) Sorgen eines frühen K.O. breit. Das 1:1 auswärts gegen die nach Punkten gleichauf liegenden Isreali reichte zwar, die spielfreien Iren als Gruppen-Erster abzulösen, doch nach dem vierten Remis im sechsten Spiel stellte "Liberation" fest: "Der blaue Horizont ist jetzt völlig verdunkelt". David Trezeguet hatte die Gäste in Führung gebracht, schwächte durch seinen Ausschluss die "Equipe Tricolores", die prompt noch den Ausgleich kassierte.
Schweden verliert Führung an Kroatien
Auch die spielfreien Schweden mussten ihre Tabellenführung (Gr. 8) abtreten. Diese hat nun Kroatien mit dem 3:0-Heimsieg über Malta inne. Erster ihrer Gruppen blieben neben der Ukraine noch die Niederlande (1/2:0 gegen Armenien), Portugal (2/1:1 auswärts gegen die Punkte gleichen Slowaken), Italien (5/obwohl nicht im Einsatz), England (6/2:0 gegen Aserbaidschan) und Serbien-Montenegro (7/0:0 gegen Verfolger Spanien).
Von den insgesamt zwölf Spielern, die in Österreich ihr Geld verdienen und in die Kader ihrer Heimat einberufen worden waren, tat sich Stepan Vachousek besonders hervor. Der Austrianer wirkte beim 4:0 Tschechiens (Gr. 1) in Andorra mit und bereitete das 2:0 durch Baros und das 4:0 durch Rosicky (Foulelfer) vor. Der Strafstoß in der Nachspielzeit war an dem violetten Mittelfeldmann verschuldet worden. (apa/red)
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