"Bruderduell" im Pappelstadion: Bittere 1:0-Niederlage für Rapid gegen Mattersburg
- Thomas Wagner schießt Goldtor in der 55. Minute
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Der SV Mattersburg hat am Sonntag in der 27. Runde der T-Mobile-Bundesliga zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das "Bruderduell" gegen Rekordmeister Rapid Wien gewonnen. Nach vier Niederlagen und zwei Remis in der Liga seit dem Aufstieg in die höchste Spielklasse 2003 setzten sich die Burgenländer vor 16.300 Zuschauern im Pappelstadion verdient 1:0 (0:0) durch, den entscheidenden Treffer erzielte Thomas Wagner mit einem etwas glücklichen "Kunstschuss" in der 55. Minute.
Für Rapid war es die erst zweite Oberhaus-Niederlage im Burgenland seit dem legendären 1:2 in Neusiedl/See am 7. Mai 1982. Damit hat man zunächst einmal punkto Verlustpunkte die Tabellenführung verloren. Mit einem Spiel weniger hat Rapid fünf Punkte Rückstand auf Pasching.
Wie immer bei den Gastspielen des "Großen Bruders" Rapid herrschte auch am Sonntag im Pappel-Stadion Volksfeststimmung. Auch ohne den burgenländischen ÖFB-Teamkapitän Andreas Ivanschitz, der von Rapid-Trainer Josef Hickersberger nach seinen zwei Länderspiel-Einsätzen geschont und erst in der 54. Minute ins Match gebracht wurde.
Die 22 Akteure auf dem Rasen wollten ihren Anteil zur festlichen Stimmung beitragen und begannen engagiert. Nach munterem und offenem Start fiel aber im Laufe der Partie vor allem Rapid deutlich ab, in der Offensive präsentierte sich die Hickersberger-Truppe schwach und alles andere als meisterlich.
Nur zu Beginn fand der Titelkandidat aus Hütteldorf die besseren Chancen vor. Zunächst legte sich Martinez den Ball zu weit vor (3.), Lawaree setzte nach Hlinka-Flanke einen Halbvolley über das Tor (11.), ein Schuss von Katzer wurde von Keeper Borenitsch über die Latte gelenkt (36.).
Aber auch das Gehäuse vom im ÖFB-Team gegen Wales überragenden Rapid-Goalie Payer war in Gefahr. Ein von Hiden abgefälschter Mörz-Schuss aus kurzer Distanz (17.) und ein gefährlich aufgesetzter Fernschuss von Mörz (41.) forderten den Hütteldorfer Schlussmann, bei einem missglückten Querpass von Thomas auf Rene Wagner (44.) hatte der Rekordmeister Glück.
Glück hatten dann die Mattersburger zu Beginn der zweiten Spielhälfte. Zunächst wehrte Borenitsch einen Katzer-Schuss an die Stange ab (54.), wenige Augenblicke später folgte dann der glückliche, viel umjubelte Führungstreffer. Nach Querpass von Mörz legte sich Thomas Wagner den Ball nach einer Drehung eigentlich zu weit vor, im Hineinrutschen beförderte der 28-Jährige das Leder aber mit einem "Kunstschuss" in hohem Bogen über Payer hinweg ins lange Eck (55.).
Nach dem Gegentreffer war Rapid zunächst geschockt. Dann versuchte man mit Ivanschitz und Hofmann noch einmal Linie ins Spiel zu bringen, fand jedoch keine nennenswerte Ausgleichschance vor. Das 2:0 der Hausherren hatte nach einem Konter Kausich auf dem Fuß, er schoss jedoch über das Tor (83.).
Einziger Trost für Rapid: die Chance zur Revanche gibt es bald und noch dazu zwei Mal. Am kommenden Samstag empfängt Rapid die Mattersburger, am darauf folgenden Dienstag geht es wieder in Mattersburg um den Einzug ins Cup-Semifinale. (apa/red)
