Freitag, 1. April 2005

Schock für die Bundesliga: Hauptsponsor T-Mobile will Vertrag sofort kündigen!

  • Am Montag soll Kooperation bereits beendet werden
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Die österreichische Fußball-Bundesliga könnte ihren Hauptsponsor T-Mobile verlieren. Nach einem Zeitungs-Bericht will der österreichische Mobilfunk-Betreiber den Vertrag mit der Fußball-Bundesliga am Montag mit sofortiger Wirkung kündigen. "Rund 3,5 Millionen Euro überweist das Unternehmen pro Saison an die Bundesliga. Diese Geldquelle soll mit einem Mal aufhören zu sprudeln. Wenn nicht noch ein Wunder passiert", heißt es in dem Artikel.

T-Mobile-Pressesprecherin Manuela Bruck wollte dies gegenüber der APA am Freitag nicht dezidiert bestätigen. Sie kündigte jedoch an, dass es demnächst zu einer endgültigen Entscheidung kommen werde. "Es ist noch nicht alles verloren, aber es schaut nicht gut aus", sagte Bruck. Nach Aussage der Pressesprecherin steht vorerst kein weiterer Gesprächstermin zwischen den Verhandlungsteams fest, es seien jedoch durchaus kurzfristige Vereinbarungen möglich.

Der Vertrag zwischen der Tochter der Deutschen Telekom und der heimischen Fußball-Bundesliga läuft noch bis 2007/2008. Seit dem Verkauf der TV-Rechte der Bundesliga an den Pay-TV-Sender Premiere und an ATVplus Mitte 2004 ist zwischen den Partnern nicht mehr alles eitel Wonne. Nach firmeninternen Berechnungen ist T-Mobile der Meinung, dass der Werbewert des Hauptsponsors und Namensgebers der höchsten Spielklasse auf Grund des Wechsels der TV-Rechte gesunken ist und hatte daher Nachverhandlungen vorgenommen. Nach Informationen der "Presse" wurden die Verhandlungen am Freitag abgebrochen.

T-Mobile wollte demnach die Sponsorbeiträge gestaffelt reduzieren. Laut "Die Presse" zunächst um 15 Prozent, in der darauf folgenden Saison um 30 Prozent und um letzten Jahr um 40 Prozent. Liga-Vorstand Georg Pangl wollte sich gegenüber der Tageszeitung zu diesen Details nicht äußern. Man habe Stillschweigen vereinbart. Die "Presse" schreibt, dass Bundesliga-Präsident Frank Stronach und dessen Vize Martin Pucher nicht auf die Forderungen von T-Mobile eingehen wollten.

Im Falle einer Kündigung könnte sich ein Rechtsstreit abzeichnen. Bundesliga-Sprecher Christian Kircher pocht auf den bestehenden Vertrag. "Verträge sind dazu da, Rechtssicherheit zu geben." Ein geringfügig gesunkener Werbewert stelle keinen Kündigungsgrund dar", sagte Kircher gegenüber der Zeitung.

T-Mobile ist nicht der einzige Sponsor, der sein Engagement im Oberhaus-Fußball überdenkt. Casinos-Austria-Generaldirektor Leo Wallner hatte erst kürzlich erklärt, wegen des gesunkenen Werbewertes sei die mediale Wirkung für die Casino-Gruppe nicht mehr im früheren Maß gegeben. Somit werde der Sponsorbeitrag "signifikant" weniger werden. Das Ende des Engagements beim Oberhausklub SW Bregenz mit Saisonende ist bereits fix. Mit Austria Wien und Rapid gibt es weitere Gespräche. (apa/red)

1.4.2005 18:17