Sonntag, 3. April 2005

Drei Rennen - zwei Siege: Alonso gewinnt auch den Wüsten-Grand-Prix von Bahrain!

  • Klien schon am Vorstart out, Friesacher fährt durch
  • Trulli 2., Raikkönen 3., M. Schumacher scheidet aus

Fernando Alonso hat am Sonntag auch den Formel-1-GP von Bahrain gewonnen und die WM endgültig zur Formel-Renault gemacht. Zwei Wochen nach dem Erfolg in Malaysia feierte der 23-jährige Spanier einen nur anfangs von Michael Schumacher gefährdeten Start-Ziel-Sieg und gewann klar vor Jarno Trulli (Toyota) und Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes). Nach dem zweiten Saisonsieg liegt der 23-jährige Spanier in der WM mit 26 Punkten überlegen vor Trulli (16) voran. Renault hat damit alle drei bisherigen Saisonrennen gewonnen, beim Saisonauftakt in Australien hatte Giancarlo Fisichella gesiegt.

Riesenpech hatte im heißesten Grand Prix der Geschichte (43 Grad Celsius) Christian Klien, der wegen eines Elektronik-Defektes an seinem Red Bull schon am Vorstart stehen blieb, in die Box geschoben wurde und dort nach einem erneut fehl geschlagenen Startversuch aufgeben musste. Was besonders bitter war für den Vorarlberger, der bis dahin das beste Formel-1-Wochenende seiner Karriere erlebt hatte.

Mit diesem Out kam der junge Österreicher um die Riesenchance, vor dem San-Marino-GP in drei Wochen noch ein Zeichen zu setzen. In Imola soll Klien ja von Vitantonio Liuzzi ersetzt werden. "Wir hatten einfach keine Chance mehr, das Auto zu starten. Das ist eine Riesenenttäuschung, weil ich das ganze Wochenende sehr stark gefahren bin", ärgerte sich Klien, der sich als Siebenter für die vierte Startreihe qualifiziert hatte.

Ein Punkt für Red Bull
David Coulthard, der im Training gegen Klien stets chancenlos gewesen war, rettete letztlich die Ehre für das österreichische Red-Bull-Team, das bisher in allen Rennen doppelt gepunktet hatte. Der Schotte überholte in der letzten Runde den vom letzten Platz zwischendurch bis auf Rang fünf vorgekommenen Ferrari von Rubens Barrichello und holte so noch einen WM-Zähler.

Das machte gleichzeitig die Pleite für Ferrari komplett. Denn Weltmeister Michel Schumacher, mit dem neuen F2005 neben Alonso hoffnungsvoll aus Reihe eins gestartet und Anfangs beinharter Jäger des Spaniers, war schon nach zwölf Runden mit einem Hydraulik-Defekt auf der Strecke geblieben. Erstmals seit fast vier Jahren (Hockenheim 2001) schied der siebenfache Weltmeister damit wegen eines technischen Defektes aus, erstmals seit 1999 schaffte ein neues Ferrari-Modell nicht auf Anhieb einen Sieg und erstmals in dieser Saison blieben die Roten aus Maranello, die aus Trauer über den Papst-Tod mit schwarzer Frontnase gestartet waren, ohne Punkte. RAI hatte das "Ferrari-Debakel" nicht live übertragen.

"Ein neues Auto ist immer ein Risiko"
Schumacher hält nach drei Rennen weiter bei nur zwei WM-Punkten und hat bereits 24 Zähler Rückstand auf Alonso. Trotzdem machte er dem Team wegen des offensichtlich verfrühten Einsatzes des neuen aber noch Defekt anfälligen Ferraris keine Vorwürfe. "Es ist zwar enttäuschend, aber ein neues Auto ist immer ein Risiko. Es war die absolut richtige Strategie, es gibt keine Vorwürfe", sagte Schumacher und verwies darauf, dass offenbar etwas von außen den Defekt herauf beschworen hatte. "Da kann das beste Auto nichts dafür."

Patrick Friesacher beendete seinen dritten Grand Prix als Zwölfter vor seinem Minardi-Teamkollegen Christijan Albers und fuhr damit sein bisher bestes WM-Resultat heraus. "Ich bin überglücklich, dass ich das Rennen beenden konnte", meinte der erschöpfte und kranke Kärntner, dessen Trinksystem kaputt gegangen war. In Imola wird der vier Jahre alte Minardi-Oldtimer endlich auf den Müll geworfen. "Mit dem neuen Auto ist Jordan für mich endlich in Reichweite", freute sich Friesacher schon.

Mann des Tages war neben Alonso, der nach dem Schumacher-Out ungefährdet war, Pedro de la Rosa. Der bereits 34-jährige Spanier, der bei McLaren-Mercedes Alexander Wurz als Montoya-Ersatzfahrer vorgezogen worden war, sorgte mit seinen Attacken gegen Mark Webber und Co. für die erfrischende Akzente beim Wüsten-GP und wurde am Ende Fünfter. Schwach hingegen Jacques Villeneuve, der im Finish locker den waidwunden Barrichello-Ferrari hätte einholen können, dabei aber den Sauber wegwarf.

(apa/red)

3.4.2005 17:31
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