Formel 1 verdrängt den Fußball: Fernando Alonso sorgt in Spanien für Euphorie
- "Alonsomania": Sponsoren stehen bereits Schlange
- Renault freut sich über Verkaufsrekorde in Spanien
·Bahrain-GP: Alonso siegt schon wieder
Klien schon am Vorstart out, Friesacher fährt durch
·BILDER: Das war der GP von Bahrain!
Alonso siegt neuerlich, Klien out, Friesacher 12.
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Renault siegt neuerlich, Red Bull punktet wieder
Nach seinem Sieg beim Formel-1-Grand-Prix von Malaysia war der spanische Volksheld Fernando Alonso zwei Wochen lang wie vom Erdboden verschluckt. Mit dem GP in Bahrain ging der Rummel um den ersten spanischen WM-Leader der F1-Geschichte aber wieder los. Dann kam Spanien wieder fast zum Stillstand, und der 23-jährige Rennfahrer verdrängte die "galaktischen" Fußballer von Real Madrid von den Titelseiten der Sportblätter.
Die "Alonsomania" hat selbst König Juan Carlos erfasst. Der Monarch sah das Rennen in Malaysia live im Fernsehen und wollte dem Sieger als erster gratulieren. Aber als der König anrief, saß Alonso noch in seinem Renault-Rennauto und drehte die Ehrenrunde. Erst beim zweiten Versuch konnte Juan Carlos seine Glückwünsche übermitteln.
Alonso selbst scheut allerdings eher das Rampenlicht. Während die Presse ihn nach dem jüngsten Sieg als "neuen Michael Schumacher" und den "echten Galaktischen" feierte, spielte er den Triumph herunter: "Man gewinnt ein Rennen, aber beim nächsten ist man vielleicht nur Achter. Da ist es besser, sich nicht groß aufzuspielen." In einem anderen Interview gab er zu bedenken: "Vielleicht bin ich im Sport nur so gut, weil ich zu nichts anderem tauge."
Ein Mann mit zwei Gesichtern
Spaniens neuer Sportheld erweist sich als ein Mann mit zwei Gesichtern. Außerhalb der Rennstrecke ist er zurückhaltend und bescheiden, auch wenn kreischende Fans sich um ihn scharen. Am Steuer seines Formel-1-Boliden dagegen hört er plötzlich auf, der einfache Junge aus der nordspanischen Provinz zu sein. Da will Alonso keinen Rivalen vor sich sehen, und er verwandelt sich in einen Siegertypen mit aggressivem Fahrstil.
So brach er einen Rekord nach dem anderen; bei all seinen Triumphen war er immer der Erste und der Jüngste. 2003 stand er in Malaysia nach einem dritten Platz als jüngster Fahrer aller Zeiten auf dem Siegerpodest; in Ungarn gewann er mit 22 Jahren als Jüngster ein Grand-Prix-Rennen; und nun ist er der erste Spanier, der die WM-Wertung anführt.
Keiner kam so schnell nach oben
Keiner der Großen in der Formel 1 war in seinem Alter so weit gekommen wie Alonso. Sein Aufstieg ist längst zur Legende geworden. Schon mit drei Jahren sammelte Alonso erste "Rennerfahrung" mit einem Kart. Sein Vater klemmte ihm Klötze unter die Sohlen, damit der Kleine überhaupt die Pedale erreichte. Auf alten Fotos ist er mit Pokalen zu sehen, die größer sind als er. Mit zwölf Jahren wurde er spanischer Nachwuchsmeister. Noch bevor er den Führerschein machen konnte, stieg er in die Formel Nissan auf. Während der Rennpausen büffelte er für die theoretische Fahrprüfung.
Bis vor kurzem war die Formel 1 in Spanien auf relativ wenig Interesse gestoßen. Nun kann die Werbung von Alonso nicht genug bekommen, denn Jugendlichkeit und Erfolg kommen an. "Die jungen Leute wollen so sein wie Alonso", sagte ein PR-Experte. Renault erzielte mit seinen Autos Verkaufsrekorde in Spanien. Immer mehr Sponsoren wollen ihre Firmenzeichen auf dem blauen Rennanzug des Piloten platzieren. Aber der Platz reicht längst nicht mehr aus. Eine Warteliste wird bereits geführt. (apa/red)
