Freitag, 29. April 2005

Stadt- & Olympiahalle: Wien & Innsbruck beherbergen Österreichs fünfte A-WM!

  • Ansturm: Mehr als 200.000 verkaufte Tickets bisher
  • NHL-Lockout garantiert ein Kommen der Stars

Zum fünften Mal nach 1967, 1977, 1987 und 1996 empfängt Österreich die internationale Elite zur WM. Eine echte rot-weiß-rote WM-Premiere gibt es dennoch, denn erstmals wird das Turnier nicht nur in Wien, sondern mit Tirol noch in einem zweiten Bundesland ausgetragen. Die renovierte und im vergangenen Dezember eröffnete Innsbrucker Olympia-Halle, 1964 und 1976 Schauplatz des olympischen Eishockey-Turniers, beherbergt neben der altehrwürdigen Wiener Stadthalle für zwei Wochen die besten Spieler der Welt.

Ein Monat vor dem ersten Bully im Eröffnungsspiel zwischen Österreich und Russland laufen die Vorbereitungen der 16 Teams und vor allem des Österreichischen Verbandes als Veranstalter auf Hochtouren. Mehr als 200.000 bisher verkaufte Eintrittskarten und das NHL-Lockout versprechen ein internationales Eishockeyfest, wie es auch in den vergangenen Jahrzehnten schon der Fall war.

1967 musste mit 21 Nationen in sämtlichen drei WM-Klassen ein heute kaum vorstellbares Programm abgewickelt werden, das die Organisatoren zur Umfunktionierung der Donaupark-Blumenhalle in eine Eishalle zwang. Das mit großen Hoffnungen ins B-Gruppen-Turnier gestartete ÖEHV-Team erreichte durch zwei Siege und ein Unentschieden Platz sechs und schaffte damit die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 1968 in Grenoble. Mit von der Partie waren der damalige Stürmer und aktuelle Verbands-Präsident Dieter Kalt sowie Sepp Puschnig, der mit sechs Toren und fünf Assists die Auszeichnung als bester Scorer nur knapp verpasste.

Den Weltmeistertitel in der A-Gruppe holte sich ungeschlagen die sowjetische Mannschaft unter dem legendären Trainer Anatoli Tarasow, der seine Spieler mit Bleigürteln trainieren ließ. Mit einem Torverhältnis von 58:9 holte sich die "Sbornaja" den fünften Titel in Folge vor Schweden und Kanada. Zu weiches Eis, zu schmale Torstangen sowie fehlende Schlittschuh-Schleifmaschinen und Duschen stellten die Pannen der ersten in Österreich durchgeführten WM dar.

Zehn Jahre später stand das Turnier im Zeichen der Rückkehr der Kanadier, die sich 1969 auf Grund der ungleichen Duelle ihrer Amateure mit den Ostblock-Staatsamateuren zurückgezogen hatten. Die nach der Öffnung für Profis mit einer NHL-Truppe um Superstar Phil Esposito, der erstmals in seiner Karriere zum Tragen eines Helms gezwungen wurde, angetretenen "Ahornblätter" holten jedoch keine Medaille. Schweden kürte die Tschechoslowakei mit einem 3:1 im Abschluss-Spiel gegen den hohen Favoriten UdSSR zum Weltmeister.

"Fall Sikora" überschattete die WM 1987
Eine weitere Dekade später dominierte zwar Schweden das Turnier, für die größten Schlagzeilen sorgte 1987 aber der "Fall Sikora". Finnland, das wie Kanada der Bundesrepublik Deutschland überraschend unterlegen war, legte Protest ein, da der 1986 eingebürgerte Deutsche Miroslav Sikora bei einer Junioren-WM bereits für Polen gespielt hatte. Der internationale Verband wertete beide Spiele mit 0:5, Deutschland holte sich die Punkte durch ein Urteil des Landesgerichts Wien aber wieder zurück.

Eishockey gespielt wurde auch. Die einmal mehr hoch favorisierte Sowjetunion verlor kein Spiel und wurde doch nicht Weltmeister. Das Dreikronen-Team fegte Kanada am Schlusstag 9:0 vom Eis und wurde anschließend von den auf Grund der Tordifferenz fast chancenlosen Sowjets durch deren 2:1-Erfolg über die CSSR zur Goldmedaille geschossen.

Die bisher letzte WM in Österreich ging 1996 in Szene
1996 sahen 186.830 Zuschauer in der Wiener Stadthalle und der neu errichteten Albert Schultz-Halle die bisher letzte WM auf österreichischem Eis. Das zum insgesamt vierten Mal und erstmals bei einem Heim-Turnier in der A-Gruppe vertretene ÖEHV-Team kam in der Vorrunde zu einem 2:1-Sensationssieg gegen die Slowakei, nach der 0:3-Niederlage gegen Deutschland ging der Mannschaft von Ken Tyler im Finish aber die Kraft aus. Nach zwei 3:6-Niederlagen in der Relegation gegen Frankreich mussten die Österreicher den bitteren Gang in die B-Gruppe antreten.

Den WM-Titel holte sich Tschechien durch einen 4:2-Finalerfolg über Kanada (mit Paul Kariya). Bronze ging an die USA, die Russland, das im Halbfinal-Thriller Kanada erst im Penaltyschießen unterlegen war, in einem mitreißenden Spiel um Platz drei mit 4:3 nach Verlängerung in die Knie zwangen.

29.4.2005 14:52