Sonntag, 3. April 2005

Tennis WTA-Tour: Kim Clijsters auf Grafs Spuren - Double in Indian Wells und Miami

  • Miami: Belgierin bezwang Scharapowa in zwei Sätzen
  • Clijsters: "Das waren unglaubliche vier Wochen"

Kim Clijsters hat als erste Tennisspielerin seit Steffi Graf (1994 und 1996) das Kunststück geschafft, hintereinander die Top-Turniere in Indian Wells und Miami zu gewinnen. Zwei Wochen nach ihrem Drei-Satz-Finalsieg in der kalifornischen Wüste gegen die Weltranglisten-Erste Lindsay Davenport (USA) setzte sich die frühere Nummer 1 aus Belgien am Samstag auch im Finale auf der Miami vorgelagerten Halbinsel Key Biscayne gegen Wimbledon-Siegerin Maria Scharapowa (RUS) durch.

Clijsters siegte nach 97 Minuten 6:3,7:5 und kassiert für ihren 23. WTA-Turniersieg eine Siegprämie von 405.000 Dollar. "Diesen Sieg kann ich noch weniger fassen als den von Indian Wells. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Das waren unglaubliche vier Wochen. Ich werde das alles jetzt so gut genießen, wie es nur geht", sagte Clijsters nach ihrem wundersam anmutenden Doppelschlag.

2004 war sie in Indian Wells wegen einer Verletzung des linken Handgelenks in der dritten Runde ausgeschieden. Anschließend fiel die damalige Weltranglisten-Zweite mehrere Monate wegen zweier Operationen aus und rutschte auf den Weltranglisten-Platz 133 ab. Ihrer Karriere drohte schon das Ende. In Miami spielte sie ihr erst fünftes Turnier seit der Zwangspause. In Indian Wells triumphierte sie als 133., in Miami als 38. der Weltrangliste. Am Montag wird sie rund um Platz 17 aufscheinen. Bei beiden Veranstaltungen siegte sie als Ungesetzte, was keiner anderen Spielerin gelang.

"Ich musste fast ein Jahr aussetzen. In dieser Zeit ist mir bewusst geworden, wie sehr ich Tennis vermisse. Ich denke, das ist der Grund, weshalb ich jetzt so gut spiele. Ich genieße es, wieder auf dem Platz zu stehen", sagte die 21-jährige Blondine. Gegen die Weltranglisten-Dritte Scharapowa ließ sich Clijsters weder von den komplizierten Windbedingungen noch von der zweimaligen Regenunterbrechung im und nach dem ersten Satz (insgesamt 63 Minuten) vom Erfolgsweg abbringen.

Dabei hatte Clijsters nicht geglaubt, das Turnier durchstehen zu können, sie spielte mit einbandagiertem Handgelenk: "Ich hatte einige Schmerzen im Handgelenk und war froh, dass sie nicht schlimmer wurden". Jetzt wird Clijsters nach Belgien zurückfliegen, einige Tage ausspannen und sich vor der Vorbereitung auf die Sandplatzsaison einer Computertomographie unterziehen. (apa/red)

3.4.2005 11:18