Samstag, 2. April 2005

Respekt vor dem sterbendem Papst: Alle Sportveranstaltungen in Italien abgesagt

  • Auch Fußball-Clubs einig: "Es gibt wichtigere Dinge"
  • Ferrari nimmt am Grand Prix von Bahrain teil

Aus Respekt vor dem im Sterben liegenden Papst Johannes Paul II. hat das Nationale Olympische Komitee Italiens (CONI) am Samstag alle Sportveranstaltungen des Wochenendes im Land abgesagt. Die Entscheidung wurde nach CONI-Angaben von Präsident Gianni Petrucci getroffen. In einer CONI-Erklärung heißt es: "Nach den letzten ärztlichen Bulletins, die vom nahen Ende des Heiligen Vaters sprechen, haben wir alle nationalen Verbände aufgefordert, sofort alle Wettkämpfe abzusagen." Damit fallen auch alle Spiele der Fußball-Serie A aus.

Im Großen Preis von Bahrain der Formel 1 werden die Italiener am Sonntag hingegen starten. "Wir sind alle sehr betroffen vom Leiden des Papstes", sagte Ferrari-Sprecher Luca Colajanni am Samstag, "aber wir denken, dass es weitergehen muss." Auch der italienische Renault-Pilot Giancarlo Fisichella meinte: "Trotz aller Betroffenheit glaube ich, dass die Formel 1 nicht gestoppt werden muss."

Angesichts des sich ständig verschlechternden Gesundheitszustandes von Johannes Paul II. hatten Italiens Spitzenklubs AC Milan und Juventus Turin bereits am Freitag für die Spielabsagen am Wochenende plädiert. Sie erhielten aus anderen Fußball-Vereinen Unterstützung. "Es ist fair, den Sport zu stoppen", sagte Kapitän Gianfranco Zola von US Cagliari, "es gibt wichtigere Dinge als Fußball."

Durch die Absagen in der Serie A entfällt auch die Generalprobe von FC Parma für das Viertelfinal-Hinspiel im UEFA-Cup bei Austria Wien am Donnerstag (20:45). Der junge Stürmerstar Gilardino begrüßt die Entscheidung des CONI. "Der Heilige Vater ist eine große Persönlichkeit, es ist besser nicht zu spielen. Man sollte in aller Stille geistig an seiner Seite sein."

(apa)

2.4.2005 15:50