Nach Ableben des Papstes: Noch keine Reaktion der russisch-orthodoxen Kirche
- Patriarch Alexi II. übt sich bisland in Schweigen
- Moslems & Buddhisten Russlands kondolierten bereits
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von Johannes Paul II.
Im weltweiten Chor der Trauernden um Papst Johannes Paul II. hat bis Sonntag Früh eine Stimme gefehlt: Mehrere Stunden nach dem Tod des 84-jährigen Oberhaupts der römisch-katholischen Kirche ließ die russisch-orthodoxen Kirche mit einer Reaktion auf sich warten. Während führende Vertreter der Buddhisten und der Moslems in Russland kondolierten, kam vom Amtssitz des russisch-orthodoxen Patriarchen Alexi II. nur Schweigen.
Die Oberhäupter der russisch-orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche unterhielten zeitlebens äußerst schwierige Beziehungen miteinander: Der Patriarch warf dem Vatikan vor, seine Gläubigen bekehren zu wollen. Noch am Samstag hatte ein Vertreter des Außenamts des Patriarchen, Igor Wyschanow, gegenüber der Nachrichtenagentur RIA-Nowosti geklagt, das Hauptproblem zwischen den beiden Kirchen liege in den Versuchen der Katholiken, in Russland und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken zu "missionieren". Bis zuletzt hatte sich Patriarch Alexi II. Plänen des Papstes zu einem Besuch in Russland widersetzt.
Dagegen würdigte der Führer der Moslems in Russland, Mufti Rawil Gaynutdin, den verstorbenen Papst am Sonntagmorgen als "einzigen katholischen Führer, der sich für die Kreuzzüge entschuldigte". Nach den Worten des Führers der Buddhisten in Russland, Bandido Chambo-lama Damba Ajuschew, setzte sich der Papst stets für "Frieden und allgemeingültige menschliche Werte ein, die von allen Religionen geteilt werden". Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete Johannes Paul II. als eine "herausragende Persönlichkeit unserer Zeit, mit dem eine ganze Ära verknüpft" sei.
(apa)
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