In 26 Jahren Amtszeit: Johannes Paul II. brach als Papst fast alle Rekorde!
- Längstes Pontifikat im vergangenen Jahrhundert
- Reisefreudigster Pontifex erhielt Namen "eiliger Vater"
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von Johannes Paul II.
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Krankheit und Alter
Seit Attentat 1981 ging es gesundheitlich bergab
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Johannes Paul II. war von
1978 bis 2005 im Amt
Johannes Paul II. galt als "Rekord-Papst". Zwar war der Papst seit Jahren zusehends von Krankheit gezeichnet, dennoch saß mit über 26 Jahren kein anderer Pontifex im vergangenen Jahrhundert so lange auf dem Stuhl Petri wie er. Nur weitere elf Päpste haben in der gesamten 2.000-jährigen Kirchengeschichte länger als 20 Jahre regiert. Als reisefreudigstes Kirchenoberhaupt aller Zeiten erhielt er den Namen "eiliger Vater". Insgesamt hat Johannes Paul II. mehr als 230 Kardinäle ernannt - und praktisch das gesamte Kollegium jener Kardinäle unter 80 Jahren, das seinen Nachfolger bestimmen wird, darunter auch den Wiener Erzbischof Christoph Schönborn.
Karol Wojtyla wurde am 18. Mai 1920 im südpolnischen Wadowice bei Krakau als Sohn eines k.u.k. Offiziers geboren und verlor schon im Alter von neun Jahren die Mutter. 1938 begann er zunächst ein Philosophiestudium, nahm zugleich auch Schauspielunterricht und war Mitbegründer des Rhapsodie-Theaters in Krakau.
Unter der NS-Okkupation Polens war der spätere Papst in einem Steinbruch und später als Arbeiter in einer chemischen Fabrik tätig. Im Untergrund studierte er Theologie, nach der Priesterweihe am 1. November 1946 ging er zum Studium nach Rom und kehrte 1948 als Kaplan und Studentenpfarrer nach Polen zurück. 1958 wurde Wojtyla in Krakau zum Weihbischof ernannt, 1963 übernahm er die Leitung der Erzdiözese Krakau. Am 26. Juni 1967 kreierte ihn Papst Paul VI. zum Kardinal. Am 16. Oktober 1978 wurde Karol Wojtyla schließlich als erster Nichtitaliener seit 455 Jahren an die Spitze der katholischen Weltkirche gewählt.
Seit seinem Amtsantritt hat Johannes Paul II. bei 105 Auslandsbesuchen in 130 Ländern und mehr als 150 Besuchen innerhalb Italiens weit mehr als eine Million Kilometer zurückgelegt und damit mehr als 30 Mal die Erde umrundet. Kein Papst vor ihm hat so viele Menschen durch Reisen und durch die Medien erreicht.
Als erster Pontifex besuchte Johannes Paul eine Synagoge (in Rom im April 1986) und eine Moschee (die Omayyaden-Moschee in Damaskus im Mai 2001). Der Vatikan unterhält heute diplomatische Beziehungen zu mehr Staaten als je zuvor, ein weiterer Akzent des Pontifikates sind die mehr als 950 Seligen und beinahe 300 Heiligen, die der Papst zur Ehre der Altäre erhoben hat - zuletzt im Oktober des Vorjahres den letzten österreichischen Kaiser Karl I. Das dramatischste Ereignis seines Pontifikates war allerdings das Attentat des Türken Mehmet Ali Agca auf dem Petersplatz am 13. Mai 1981, bei dem Johannes Paul II. durch mehrere Schüsse lebensgefährlich verletzt wurde.
Bald nach seinem Amtsantritt zeichnete sich ab, dass der Papst aus dem Osten die geistige wie politische Auseinandersetzung mit dem Kommunismus im Blick hatte. Drei Mal reiste er in das kommunistische Polen und gab dort Kirche und Opposition moralische Rückstärkung. Gezielte Signale für den Osten Europas setzte er auch mit Selig- und Heiligsprechungen. Selbst der frühere Kreml-Chef Michail Gorbatschow bescheinigte dem Papst aus Polen, dass er wesentlich zum Ende des Kommunismus und zu den Ereignissen der Wendejahre 1989/90 beigetragen habe.
Als neu gewählter Papst gab Johannes Paul zudem einen neuen und unorthodoxen Stil vor: Er trat sein Amt nicht mit Krönung und feierlicher Thronbesteigung an, sondern im Rahmen eines schlichten Gottesdienstes. Er führte einen modernen Umgangsstil in den Apostolischen Palast ein und brach mit manchen traditionellen Zeremonien. Das höfische "Wir" verschwand ebenso endgültig wie der päpstliche Tragsessel.
Der anfängliche Applaus schlug allerdings im Laufe der Jahre vielfach in Distanz und Kritik um. Ursache waren kontroversiell aufgenommene Bischofsernennungen - wie etwa jene von Hans Hermann Groer, Kurt Krenn oder Georg Eder in Österreich - und die rigide Haltung des Papstes in Fragen der Moral und der Kirchenordnung (Zölibat, Empfängnisverhütung, Frauenordination).
Die zunehmende Gebrechlichkeit des Papstes löste während der letzten Jahre Spekulationen sowohl über die Natur seiner Leiden - klar erkennbar, aber nie bestätigt litt er an der Parkinsonschen Krankheit - als auch einen denkbaren Rücktritt aus. Zudem wurde auch immer mehr darüber geredet, dass päpstlichen Helfern und Vertrauten zusehends Macht zufiel. Nur Johannes Paul sah das anders. "Auch ein schwacher Papst kann führen", meinte er einmal - und erreichte, zäh und unbeugsam auch gegenüber seinem eigenen physischen Verfall, letztlich sein Ziel, die römische Kirche in ein neues Jahrtausend zu führen. (apa/red)
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