Papst-Begräbnis: Hektik in Rom wich ruhiger und friedlicher Stimmung
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In Rom ist während der Trauermesse für Papst Johannes Paul II. verhältnismäßige Ruhe eingekehrt. Obwohl an die vier Millionen Pilger die Stadt Rom bevölkern, blieb die Situation am Freitagvormittag friedlich. Es gab keine Zwischenfälle, berichtete ein ständiger Vertreter des österreichischen Innenministeriums in Rom, Egisto Ott, im Gespräch mit der APA. Die üblicherweise herrschende Hektik wich der Ruhe, meinte Ott. Hinzu komme, dass der Einsatz der italienischen Sicherheitskräfte extrem gut organisiert sei. Die Polizeieinsätze wurden massiv verstärkt, rund 10.000 Beamte seien im Einsatz. Dazu kommt noch der Zivilschutz, der aus ganz Italien zusammengetrommelt wurde.
Auch der Nationale Sicherheitsrat, dem u.a. Innenminister Giuseppe Pisanu, der Generaldirektor für öffentliche Sicherheit und der Chef der Carabinieri angehören, ist in der Quästur (Polizeidirektion, Anm.) nahe der Via Nazionale 24 Stunden im Einsatz.
Der Luftraum über Rom wurde laut Ott gesperrt. Ein Militärflieger und mehrere Hubschrauber überwachen die Situation aus der Luft, zu Wasser patrouillierte ein Militärboot zwischen Rom und Ostia. Der Verkehr am römischen Flughafen Fiumicino wurde um 30 Prozent reduziert, die Flughäfen Ciampino und Urbe wurden geschlossen. Auf Anweisung der Präfektur in Rom bleiben auch die öffentlichen Ämter und Schulen geschlossen. Auch die meisten Geschäfte hatten zu, erzählte Ott.
Die Stadt wurde am Freitag um 2.00 Uhr innerhalb des großen Umfahrungsstraße (Ggrande Raccordo Anulare) für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Erlaubt waren Motorroller und Fahrräder. Die Sperre soll laut Ott bis 18.00 Uhr andauern. "Sollte es notwendig sein, wird die Frist verlängert", so der Vertreter des österreichischen Innenministeriums.
Dass alle vier Millionen Pilger, die sich am Freitag am Petersplatz und vor rund 30 Großleinwänden versammeltet hatten, auf einmal abreisen, daran glaubt Ott nicht. "Man rechnet damit, dass sie noch eine Zeit bleiben werden." Allerdings hat sich schlechtes Wetter angekündigt. Bereits am Freitag war es in Rom bedeckt. Am Wochenende soll es sehr kühl und regnerisch werden und die meisten Pilger schlafen in einer Zeltstadt im Osten Roms.
Sollte es dennoch zu einem Massenaufbruch aus der Stadt kommen, werde man die Pilger zurückhalten bzw. umleiten. "Genauso wie verhindert wurde, dass heute alle auf den Petersplatz strömen", so Ott. Der Schengenvertrag wurde nicht außer Kraft gesetzt. Die Grenzen zu Österreich sind nicht gesperrt. Nur der Einsatz von Grenzbeamten wurde verstärkt.
Die Besucher der Stadt seien sehr friedlich und leisten allen Anweisungen der Sicherheitskräfte Folge. "Nur als die Warteschlange zum Leichnam des Papstes geschlossen wurde, gab es viele Beschwerden. Aber sie haben es eingesehen." Laut Ott brauchten die letzten Pilger der Schlange ganze 24 Stunden - von Mittwoch 22.00 Uhr bis Donnerstag 22.00 Uhr -, um einen letzten Blick auf den Papst zu bekommen.
Zum Abstransport der Gläubigen aus Rom hat die italienische Eisenbahngesellschaft Trenitalia am Freitag hunderte Sonderzügen bereitgestellt. "Wir rechnen damit, etwa 200.000 Gläubige nach der Trauerfeier aus der Stadt zu bringen", sagte ein Trenitalia-Sprecher am Morgen. Millionen Gläubige waren zur Trauerfeier für den verstorbenen Papst Johannes Paul II. in Rom. Die Zeremonie begann kurz nach 10.00 Uhr und sollte drei Stunden dauern.
(apa/red)
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