Samstag, 2. April 2005

Nach Seebeben vor Sumatra: Helfer fanden Überlebenden unter Trümmern!

  • Arbeiter vernahmen Stimme aus den Trümmern
  • PLUS: Bilder und Hintergrund-Info des neuen Bebens

Fünf Tage nach dem schweren Beben in Indonesien haben Rettungskräfte noch einen Überlebenden geborgen. Der 42-Jährige wurde am Samstagmittag aus den Trümmern seines dreistöckigen Hauses in Gunung Sitoli auf der Insel Nias befreit. Einen Tag zuvor war die Suche nach Verschütteten in der Inselhauptstadt offiziell abgebrochen worden. Angehörige des Mannes hatten aber Arbeiter dafür bezahlt, in dem Haus weiterzusuchen. Als sie einen Hilferuf vernahmen, alarmierten sie professionelle Rettungskräfte.

Erst nach sieben Stunden gelang es, den Familienvater zu befreien, der unter mehreren Trümmerschichten festsaß und verzweifelt um Wasser gefleht hatte. Unter den Augen von mehreren hundert Zuschauern wurde er in einen Krankenwagen getragen. Seine Frau und seine beiden Kinder wurden noch unter dem Schutt vermutet.

Seit dem Beben am Montag wurden 548 Todesopfer geborgen, davon 514 auf Nias und 20 auf der Nachbarinsel Simeulue. Beide Inseln liegen vor der Küste von Sumatra, wo das Beben mindestens 14 Menschen das Leben kostete. Ein Behördensprecher auf Nias sagte dem Radiosender El Shinta, er befürchte, dass allein in Gunung Sitoli noch 100 Tote gefunden werden könnten.

Während Nias als die am schwersten betroffene Insel relativ rasch internationale Hilfe erhielt, gestalteten sich Hilfstransporte nach Simeulue nach Angaben der Organisation "Save the Children" schwierig. Wegen schlechten Wetters hätten einige Schiffe kehrtmachen müssen, Flugzeuge konnten nicht landen, sagte ein Sprecher der Gruppe in Sinabang, dem Hauptort von Simeulue. Am Samstag war der Himmel aber klar, ein Schiff mit der ersten größere Hilfslieferung der indonesischen Regierung dockte in Sinabang an. Von den 31.000 Einwohnern Simeulues sind die meisten obdachlos - zahlreiche Häuser wurden bereits bei der Tsunami-Katastrophe am 26. Dezember zerstört, weitere bei dem Beben am Montag.

Vor Nias ging unterdessen das Lazarettschiff HMAS Kanimbla der australischen Marine vor Anker. Zwei Hubschrauber schwärmten aus, um Schwerverletzte von der Insel auf das Schiff zu bringen.

Sechs Tage nach dem verheerenden Erdbeben ist die indonesische Insel Nias am Samstag von einem mittelstarken Nachbeben erschüttert worden. Möglicherweise habe das Beben mit der Stärke 5,8 auf der Richterskala in dem Ort Teluk Dalam erneut Opfer gefordert, meldete die australische Nachrichtenagentur AAP unter Berufung auf australische Ärzte an Ort und Stelle. (apa/red)

2.4.2005 14:24