Umweltalarm in Kärnten: Zug in Fürnitz entgleist - 70.000 Liter Heizöl ausgetreten!
- Güterzug kippte nach technischem Gebrechen um
- Das Erdreich muss nun ausgebaggert werden
Umweltalarm hat es Samstag früh in der Kärntner Marktgemeinde Arnoldstein (Bezirk Villach-Land) gegeben. Ein mit Heizöl leicht beladener Waggon der ÖBB kippte um und prallte gegen einen Strommasten. Dabei wurde der Tank längsseitig aufgerissen, rund 70.000 Liter Heizöl flossen in das Schotterbett der Gleise. Das Erdreich muss ausgebaggert werden.
Der Güterzug fuhr gegen zwei Uhr in den Großverschiebebahnhof Villach Süd zwischen Fürnitz und Arnoldstein ein. Vermutlich durch einen technischen Defekt sprangen drei Kesselwaggons aus den Gleisen, alle drei waren mit Heizöl leicht beladen. Bei zwei Waggons wurde die Kesselwandschale undicht, ein Waggon ist komplett ausgelaufen. Das Heizöl floss direkt in das Erdreich. Die Feuerwehren Villach, Gödersdorf und Fürnitz rückten mit 50 Mann aus, um das ausgeflossene Öl zu binden. Der Landeschemiker wurde unverzüglich von dem Unfall verständigt.
"Man muss jetzt schauen, wo sich Einlauf- oder Abwasserschächte befinden, um zu verhindern, dass dieses Öl in einen Kanal oder ein öffentliches Gewässer gelangt", erklärte Bernd Sengseis vom Amt der Kärntner Landesregierung. Weiters müssten die beschädigten Tankwagen umgepumpt und das kontaminierte Erdreich müsse ausgebaggert werden.
Die Unfallursache stand Samstagmittag noch nicht fest. Laut Angaben der erhebenden Beamten der ÖBB wird ein technischer Defekt angenommen. Personen wurden nicht verletzt.
Sanierung wird Wochen dauern
Die Sanierung des kontaminierten Erdreichs am Großverschiebebahnhof Fürnitz (Bezirk Villach-Land) wird voraussichtlich noch Wochen dauern. Mit Beobachtungspegeln überwachen die Umweltexperten des Landes Kärnten den Untergrund, in den Samstag früh nach einem Güterzugunglück 70.000 Liter Heizöl gesickert sind. Am meisten gefährdet sei der nahe gelegene Gailfluss, erklärte der Kärntner Umweltreferent Reinhart Rohr am Samstag.
Bisher seien alle technisch möglichen Maßnahmen seien gesetzt worden, um eine Umweltgefährdung so gering wie möglich zu halten, erklärte Rohr im Gespräch mit der APA. Bereits in den frühen Morgenstunden hätten die Feuerwehren Öl aus den Oberflächenwasserkanälen gepumpt, es sei sehr rasch gehandelt worden.
Samstagnachmittag wurde auch mit dem Ausbaggern des kontaminierten Erdreichs begonnen. Dafür mussten die Gleisanlagen zerschnitten werden. Es würden vorerst die oberen Erdschichten abgetragen, sagte der Umweltreferent. Der Austausch des gesamten verunreinigten Materials werde voraussichtlich nicht möglich sein, da man dafür den Bahnhof sperren müsste. Der Unfall geschah genau im Einfahrtsbereich. Rohr: "Da fahren täglich 2.500 Waggons durch." Daher könne man erst nach Feststellung des Schadensausmaßes mit der Erarbeitung eines umfassenden Sanierungskonzeptes beginnen.
Die Höhe des Schadens werde von den notwendigen Sanierungsmaßnahmen abhängen, erklärte ÖBB-Sprecher Christoph Posch gegenüber der APA. Er rechne aber mit mehr als einer Million Euro. (apa)
