Radfahrer in Österreich leben gefährlich: 2004 durchschnittlich vier Unfälle pro Stunde!
- Institut "Sicher Leben" fordert Einführung der Helmpflicht
In Österreich waren 2004 pro Stunde vier Fahrradfahrer in einen Unfall verwickelt. In Summe waren es 31.800 Personen, die sich im Spital behandeln lassen mussten, berichtete am Donnerstag Rupert Kisser, Leiter des Instituts Sicher Leben. Seine Schlussfolgerung: Zumindest für Kinder bis 14 Jahren sollte die Radhelm-Pflicht eingeführt werden.
Außerdem präsentierte Kisser die Ergebnisse einer Befragung unter rund 1.500 Radlern in Wien, Graz, Linz und Vorarlberg zur Sicherheit auf dem Drahtesel. Lediglich 15 Prozent der vom Institut für die Studie direkt auf der Straße angehaltenen Radfahrer trugen einen Helm - was immerhin einer Steigerung um neun Prozentpunkte seit 1994 entspricht. Bei den bis 14-Jährigen hätten bereits 52 Prozent zum Kopfschutz gegriffen, so Kisser.
In seiner Forderung, auch die fehlenden 48 Prozent gesetzlich zum Tragen des Helmes zu verpflichten, glaubt der Institutschef die Mehrheit der Befragten hinter sich zu wissen: 78 Prozent sprachen sich für die Einführung einer Radhelmpflicht für Kinder aus.
Für eine Regelung ohne Altersbeschränkung konnten sich allerdings nur 35 Prozent begeistern. Neben der lästigen Aufbewahrung des Helmes, die rund 53 Prozent stört, empfinden 32 Prozent der Befragten, dass die Kopfbedeckung lächerlich aussieht und 46 Prozent lehnen den Helm ab, da er die Frisur zerstört - bei den Frauen sind dies sogar stolze 59 Prozent. "Diese Form der vorübergehenden Beeinträchtigung der Schönheit sollte man in Kauf nehmen", riet Kisser.
Schließlich trugen 21 Prozent der 2004 verletzten Drahtesellenker ohne Helm Kopfverletzungen davon - bei den Helmträgern waren es nur sechs Prozent. "Ein Großteil der tödlichen oder schweren Verletzungen wäre durch das Tragen eines Helmes vermeidbar", pflichtete Sportmedizinerin Ulrike Preiml dem Institut Sicher Leben bei.
(apa/red)
