Mittwoch, 30. März 2005

Hohe Investitionen in den Bahnausbau: Semmering-Tunnel passiert Ministerrat

  • "Pro Milliarde Investitionen 15.000 bis 17.000 Jobs"
  • Gesamtkosten für Semmeringtunnel: 125 Mrd. Euro

Der Ministerrat hat am Mittwoch die Neuplanung des Semmering-Basistunnels und den vorgezogenen Ausbau der Summerauerbahn abgesegnet. Vizekanzler, Infrastrukturminister Gorbach betonte, damit werde so viel in den Bahnausbau investiert wie nie zuvor. Zudem seien die Projekte vom Beschäftigungs-Standpunkt wichtig, denn "pro Milliarde Investitionen werden 15.000 bis 17.000 Arbeitsplätze geschaffen".

Die Gesamtkosten für den neuen Semmeringtunnel liegen bei 1,25 Mrd. Euro. Finanzminister und Verkehrsminister würden dafür Sorge tragen, "dass die Mittel auch zur Verfügung stehen", sagte Gorbach. Spätestens in drei Jahren soll die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) beginnen. Baustart soll, so die UVP diesmal positiv abgeschlossen wird, 2010/11 sein.

Gorbach sieht Aufwertung der Region im Süden
Der Tunnel werde zu einer Aufwertung der wirtschaftlichen Region im Süden führen, meinte Gorbach. Verkehrsstaatssekretär Kukacka betonte, dass Semmering- und Koralmtunnel jetzt "eine untrennbare Einheit auf der neuen Südbahn bilden werden".

Für den auf 2012 vorgezogenen Ausbau der Summerauerbahn - die Verbindung Summerau - Linz - Selzthal - Graz - Spielfeld, die über ein Privat-Public-Partnership (PPP)-Modell finanziert werden soll, werde es demnächst Verhandlungen zwischen ÖBB und Ländern geben. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf rund 950 Mio. Euro.

Finanzierung: 40 Mio. Euro aus EU-Geldern
Es sei zudem gelungen, das Vorhaben noch in den Projekten der Transeuropäischen Netze unterzubringen, womit bis zu 40 Mio. Euro Kofinanzierung aus EU-Töpfen zu erwarten seien. Mit den Ländern Steiermark und Oberösterreich, die ihre Beteiligung zugesagt haben, sollen als nächster Schritt Verhandlungen aufgenommen werden.

Positiv aufgenommen wurde der Ministerratsbeschluss in der Steiermark. "Das Wirtschaftsdreieck Wien-Linz-Graz ist somit auf Schiene, die Bahn ist frei für die wichtigsten Infrastruktur- Investitionen für das 21. Jahrhundert", freute sich Landeshauptfrau Klasnic. (apa)

30.3.2005 16:46