Geldwäsche-Verdacht: 28 Mio. Schwarz-geld auf heimischen Konten eingefroren
- Zwölf Anzeigen hatten terroristischen Hintergrund
- Vermögen an Geschädigte oder Republik Österreich
Insgesamt 27,9 Millionen Euro sind derzeit auf österreichischen Konten eingefroren. Der Großteil der 147 Anzeigen geht laut Major Gerhard Lang vom Bundeskriminalamt (BK) auf den Verdacht der Geldwäsche zurück, der Rest dürfte aus Einnahmen aus Drogenhandel, Betrug und Auto- und Menschenhandel stammen. "Bei zwölf Meldungen haben wir einen Bezug zum Terrorismus hergestellt", sagte Lang gegenüber der APA. Keiner dieser zwölf Verdachtsfälle hat sich allerdings erhärtet. Sieben Personen wurden festgenommen.
Insgesamt gingen im Jahr 2004 die 14 eigens für diesen Bereich zugeteilten Fahndern 1.579 Meldungen von Banken, Casinos, der Nationalbank, Notariatskanzleien und der Wirtschaftskammer nach. Aus den Recherchen resultierten 147 Anzeigen, die wiederum dazu führten, dass 32 Konten geöffnet wurden.
Beim BK ist man hoch erfreut: "Wir haben die Organisierte Kriminalität dort erwischt, wo es ihr am meisten weh tut, nämlich beim Geld", so Lang. Die Verdächtigen, die versuchten, das aus illegalen Aktivitäten stammende Geld rein zu waschen, gingen dabei nicht immer extrem gefinkelt vor. "Wir haben Meldungen, wo Personen in ein Casino gingen, mehrere hunderttausend Euro in Jetons umwechselten, zwei Bier tranken und sich dann die Jetons als Gewinn wieder auszahlen lassen wollten", beschrieb Lang.
Die Herkunft des Geldes ist nur schwer zu lokalisieren. "Es stammt aus der ganzen Welt", meinte Lang. Die zwölf Konten, die auf Grund des Verdachtes auf einen terroristischen Hintergrund eingefroren wurde, sind großteils islamistischen Organisationen zuzuordnen. "Aber auch hier geht es quer durch", meinte Lang.
Das Geld ist derzeit noch auf den Konten eingefroren. Falls Geschädigte existieren - etwa bei größeren Betrugsdelikten - so würden diese die Summen zurückbekommen. Ansonsten fällt das Geld der Republik Österreich zu. (apa/red)
