Zu viele Verkehrsschilder in Österreich: Über 2 Mio. Tafeln verwirren Autofahrer!
- Jeder zweite heimische Lenker kennt sich kaum aus
- ÖAMTC: "Ein Drittel aller Verkehrszeichen überflüssig"

Jeder zweite österreichische Autofahrer kennt sich im Verkehrsschilder-Wald kaum mehr aus, 19 Prozent waren wegen schlecht oder falsch aufgestellter Tafeln bereits in einer gefährlichen Situation. Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen "RoadSigns"-Umfrage, die am Dienstag vom ÖAMTC veröffentlicht wurde.
Laut ÖAMTC-Schätzungen gibt es in Österreich über zwei Millionen Verkehrsschilder. 58 Prozent der heimischen Autolenker gaben an, dass es zu viele Verkehrsschilder gibt, elf Prozent empfinden viele Tafeln als falsch platziert. 800 Österreicher wurden befragt, europaweit waren es rund 15.000. "Zu viele Zeichen gefährden die Verkehrssicherheit, weil sie die menschliche Wahrnehmungsfähigkeit überfordern", warnte ÖAMTC-Verkehrstechniker Roman Michalek. "Gefahrenzeichen sind wichtig, aber zu viele, schlecht positionierte und verwirrende Schilder verunsichern." Der ÖAMTC-Experte ist sich sicher, dass bis zu ein Drittel aller Verkehrszeichen auf Österreichs Straßen überflüssig sind und entfernt werden könnten - und zwar "ohne Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit".
Widersprüchliche Verkehrszeichen
Österreich liegt in der europaweiten Studie an zweiter Stelle der Unzufriedenen. Nur in Deutschland sind mit 75 Prozent noch mehr Autofahrer unglücklich mit der Situation. Happy ist man hingegen in Norwegen: Dort glauben nur 19 Prozent der Autofahrer, dass weniger Schilder besser wären. Für acht Prozent der befragten Österreicher sind viele Schilder überhaupt "unklar". Außerdem komme es immer wieder vor, so der Autofahrer-Club, dass nebeneinander stehende Zeichen einander widersprechen.
Weniger ist mehr
Es dürfe nicht sein, dass Verkehrstafeln, die eigentlich unterstützen sollen, zur Gefahr werden. Das Motto heiße nun, so die Forderung des ÖAMTC, "weniger ist mehr". Es dürfe nicht für jede neue Information ein neues Schild angebracht werden. "Schilder beseitigen keine Verkehrsprobleme. Sie sollten wirklich nur dort aufgestellt werden, wo es die Situation erfordert." Übrigens: Jenes Schild, das am wenigsten verstanden wurde, ist "Wechselseitiges Parkverbot" (Parken auf dieser Straßenseite an geraden Tagen verboten), es ist ein kreisrundes Schild mit rotem Rand und rotem Querstrich mit zwei geraden weißen Linien. Mit dieser Tafel wussten 81 Prozent der Europäer nichts anzufangen. (APA/red.)
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