Dienstag, 22. März 2005

Mobilkom erwartet Gewinnanstieg 2005: Nemsic geht von stabilem Wachstum aus

  • Weitere Tarifsenkungen werden nicht ausgeschlossen
  • Telekom Austria zahlt für MobilTel-Kaufoption 80 Mio. €

Die Mobilkom Austria erwartet leicht höhere Gewinne im heurigen Jahr. Obwohl die Mobilfunktochter der Telekom Austria (TA) 2005 weitere Tarifsenkungen nicht ausschließt, geht Mobilkom-Chef Boris Nemsic heuer von einem stabilen Wachstum am Österreichischen Markt aus. Das Wachstum in Slowenien, Kroatien und Liechtenstein soll etwas geringer ausfallen. Die heuer geringeren Abschreibungskosten, die im Vorjahr um 10 Prozent gestiegen waren, sollen aber 2005 eine Ergebnisverbesserung sicherstellen, erklärte Finanzchef Alfred Gattringer am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz der Mobilkom.

Der Übernahme der bulgarischen MobilTel ist die Mobilkom unterdessen wieder einen Schritt näher gerückt. Wie bereits im Vorjahr vereinbart, hat die TA heute, Montag, für 80 Mio. Euro eine Kaufoption für den größten bulgarischen Mobilfunkbetreiber erworben, erklärte Mobilkom-Chef Boris Nemsic. Ein Team der TA-Mobilfunktocher ist demnach bereits in Bulgarien vor Ort. Die Mobilkom will die Übernahme "so schnell wie möglich" - spätestens bis zum vierten Quartal dieses Jahres abschließen.

In Summe zahlt die TA nach der Option für die MobilTel 1,6 Mrd. Euro - "viel Geld", wie Nemsic am Dienstag eingestand. Der "Multiple" sei mit dem fünffachen des operativen Gewinns (EBITDA) aber "durchaus angebracht". Der Preis sei von der "Financial Community" und den Investmentbanken ausgiebig geprüft worden. Andere Unternehmen hätten für Zukäufe in der Region das sieben- bis achtfache des Gewinns bezahlt.

140 Mio. Euro für neue Kunden
Die Mobilkom Austria hat im Vorjahr in Summe rund 140 Mio. Euro dafür ausgegeben, um neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kunden zu halten. Insgesamt hat die Mobilkom damit ihre Kundenzahl in Österreich im Vorjahr um 3,5 Prozent auf 3,274 Millionen erhöhen können. Für jeden Neukunden hat das Unternehmen laut Vorstand 110,6 Euro ausgegeben. Der österreichische Marktanteil konnte damit bei 41 Prozent "stabil" gehalten werden, erklärte Marketing-Chef Hannes Ametsreiter.

Auch heuer rechnet Ametsreiter mit hohen Ausgaben zur Anwerbung von heimischen Neukunden: "Die Hoffnung stirbt nie. Dass die Kosten aber signifikant sinken werden, ist unrealistisch."

(apa)

22.3.2005 13:49