Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen: Toshiba soll 465 Millionen Dollar zahlen!
- 380 Millionen Schadenersatz plus 84 Millionen Strafe
- Lexar klagt Toshiba auch wegen Patenrechtsverletzung
Der japanische Elektronikkonzern Toshiba muss an den US-Konkurrenten Lexar Media rund 465 Mio. Dollar (358 Mio. Euro) Strafe und Schadenersatz wegen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen zahlen. Ein Gericht im kalifornischen San Jose verurteilte Toshiba zu einer Strafe von 84 Mio. Dollar. Hinzu kommen 380 Mio. Dollar Schadenersatz, die das Gericht Lexar bereits einen Tag zuvor zugesprochen hatte.
Toshiba kündigte in Tokio an, alle rechtlichen Möglichkeiten zur Anfechtung der Entscheidung ausschöpfen zu wollen. Lexar sprach vom größten Sieg, den ein Unternehmen jemals vor einem kalifornischen Gericht in einem Streit um geistiges Eigentum errungen habe. Die zugesprochene Summe übersteigt den aktuellen Börsenwert Lexars von 251 Mio. Dollar bei weitem. Das Unternehmen hat weitere Klagen gegen Toshiba eingereicht und verlangt von dem Unternehmen die Zahlung von insgesamt einer Milliarde Dollar.
Streit um Flash Memory Chips
In dem Streit geht es um so sogenannte Flash Memory Chips, wie sie millionenfach zur Datenspeicherung in Digitalkameras, Handys, Taschencomputern und anderen mobilen Geräten eingesetzt werden. Lexar wirft Toshiba vor, sich über einen Manager in den Besitz von Geschäftsgeheimnissen gebracht zu haben, der früher dem Board Lexars angehörte und nun bei Toshiba arbeitet. Nach eigenen Angaben hat Lexar Toshiba auch wegen Verletzung von Patentrechten verklagt. Außerdem will die US-Firma mit einer einstweiligen Verfügung erreichen, dass der japanische Konkurrent seine Flashmedien nicht mehr in den Vereinigten Staaten vertreiben darf. Ein solcher Importstopp könnte auch andere Elektronikunternehmen wie Apple Computer und den Flashspeicher-Produzenten SanDisk einschließen, sagte eine Rechtsanwalt Toshibas.
Toshiba-Aktie fällt
Die Firma sieht nach dem Gerichtsentscheid nach eigenen Angaben keinen Anlass, ihre Gewinnerwartungen für das am 31. März endende Geschäftsjahr zu senken. Die an Lexar zu zahlende Summe liegt um etwa zehn Prozent über dem bisher prognostizierten Nettogewinn von 423,2 Mio. Dollar. Die Toshiba-Aktie des Elektronikriesen verlor in Tokio knapp ein halbes Prozent. Sie baute ihren Verlust von 3,2 Prozent am Vortag damit weiter aus. (apa)
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