Schulverweis wegen Beleidigung: Blogs treiben französische Lehrer zur Weißglut
- Die Schüler stellten abfällige Bemerkungen ins Internet
- Ministerium: Nicht beabsichtigt, Weblogs zu verbieten
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Im Internet ist die Welt nur einen Tastendruck entfernt
Wegen Lehrer-Beleidigungen in ihren Internet-Tagebüchern ("Blogs") sind mehrere französische Schüler von ihren Schulen geflogen. Wie die Tageszeitung "Liberation" berichtete, wurden allein seit Anfang März neun Schüler vom Unterricht ausgeschlossen. In kürzester Zeit entwickelte es sich bei den Schülern zur Mode, neben Reiseerlebnissen und Privatfotos auch abfällige Bemerkungen über ihre Lehrer ins Internet zu stellen.
Zu den Einträgen, die mit Schulverweisen geahndet wurden, gehörten "Angsthase" und "glückliche Idiotin". Über eine Lehrerin hieß es, sie lasse sich "gerne den Arsch begrapschen", über einen Lehrer "Er ist ein Mülleimer auf Füßen, er stinkt nach Wein".
Es sei nicht beabsichtigt, Blogs zu verbieten, stellte der Internet-Beauftragte des Pariser Bildungsministeriums, Benoit Sillard, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP klar. Die Schüler müssten allerdings "Regeln beachten". In 99 Prozent der Fälle könnten die Probleme durch Gespräche zwischen Schülern und Lehrern ausgeräumt werden.
Nach Schätzungen des Ministeriums hat rund die Hälfte der Schüler bereits "Blogs" herausgegeben oder gelesen. Eine Internet-Charta des Ministeriums untersagt Beleidigungen und die Verwendung von Fotos ohne Einverständnis der Betroffenen. Das Ministerium fördere die Entwicklung des Internets und anderer neuer Technologien, betonte Sillard. Sie gehörten zur Arbeitswelt der Zukunft und bildeten "einen Zugang zur Kultur". (apa)
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